Abschluss: 2025 Fotoprojekt 365

Bald ist es zwei Monate her, dass ich mein Fotoprojekt 365 fürs Jahr 2025 abgeschlossen habe.

Ich hatte anfangs des Jahres sehr viel zu erzählen und war euphorisch auf das Projekt rückzublicken. Mit den Wochen verschwanden sowohl die Ideen als auch die Euphorie … Bevor also der letzte Funken an Euphorie verschwindet, wird es Zeit, dass ich mich mit diesem Projekt gedanklich befasse und es abschließe. Begleitend dazu: jeweils mein Liebling pro Monat (durch anklicken vergrößern).

Fazit mehr oder weniger aus dem Bauch heraus

  • Ich bin richtig, richtig stolz auf mich, dass ich dieses Projekt durchgezogen habe. Ich habe nicht die 100 % vollgemacht, aber das ist völlig okay. Ich habe an sehr vielen Tagen ein Foto gemacht und das zählt mindestens genauso viel. (Falls es wen interessiert: Ich habe an 4 Tagen kein Foto gemacht, witzigerweise ist es so gefallen, dass es eins pro Quartal war :D.)
  • Irgendwann kam der Punkt, an dem ich wusste: Jetzt werde ich das Projekt durchziehen. Im Sinne: Point of no return. Ich kann nicht genau sagen, wann das war, aber es müsste so im letzten Viertel des Jahres gewesen sein. Da wusste ich, dass ich das Projekt „schaffen“ werde und bis zum 31.12. durchziehen werde. Das war ein Gefühl von Selbstsicherheit, das ich nicht erwartet habe.
  • Es war ein Auf und Ab der Motivation mit diesem Projekt. Und diese hing durchaus mit Wetter und Equipment zusammen. Wintermonate sind nicht meine Fotomonate. Für diese Tatsache habe ich den Jahresanfang ziemlich genossen. Das führe ich wiederum auf die Kamera zurück: Ich habe meine DSLR mit meinem 50er-Objektiv benutzt. Die hat mir einiges an kreativen Spielraum und damit auch den Spaß gegeben. Analog war auch immer *mwah*, auch hier punktet vor allem die Kombi SLR + 50er-Objektiv. Andere Kameras waren okay, aber kein Vergleich zur genannten Kamera. Wettertechnisch sind die helleren und/oder wärmeren Monate. Meine Fotosaison wäre demnach so Ende Februar/Anfang März bis Ende Oktober hinein. Immerhin 8 Monate!
  • Gerade die letzten sechs Wochen des Jahres war viel K[r]ampf. Ich war sehr uninspiriert, immer häufiger kam mir der Satz „Ich muss noch mein Tagesfoto machen 😫“ über die Lippen. Da war die Luft raus. Einige Fotos erinnern dennoch an gute Fotomomente.
  • Ich bin weiterhin davon überzeugt, dass es einen guten Zeitpunkt im Leben gibt für so ein Projekt und es nicht nur der Wille ist, um so ein Projekt durchzuziehen. Bei mir war dieser Zeitpunk wohl unter anderem das Jahr 2025. Es hat gut reingepasst bzw. ich konnte es gut in den Alltag einbinden. Es gibt viele denkbare Lebensumstände, die so ein Projekt aus meinen Augen nicht begünstigen und dann würde ich es auch nicht machen.
  • Mehr durch Zufall habe ich andere Menschen kennengelernt, die 2025 ebenfalls ein 365-Projekt gemacht haben und es war schön, sich zu begleiten. Auch wenn jede:r durch die eigenen Struggles und Erfolgsmomente geht, so konnte ich doch das ein oder andere Mal relaten. Danke, Jürgen und Sabine!
  • Anfang 2026 habe ich das Projekt noch vermisst, weil es so normal für mich wurde täglich ein Foto zu machen. Aber mittlerweile bin ich wieder vollkommen im fotofreien Alltag angekommen. So schnell geht das also mit dem An-/Abgewöhnen :D. Und ich fühle mich schon befreit. Auch wenn ich jetzt wiederum die „Angst“ habe, dass ich meinen Fotografie-Flow verliere. Aber dieses „Risiko“ gehe ich ein und behandle das Fotografieren wie viele andere meiner Hobbys: Wenn es mich danach zieht, mach ich es. Wenn nicht, dann ruht es erst mal. Und bisher kam es auch immer wieder und ich sollte diese Pause genießen.
  • Fazit also: Es war ein Projekt, das ich an mehr Tagen mochte als nicht mochte 😀
Januar
Februar
März

Was habe ich gelernt …

… hinsichtlich des Fotografierens selbst?

  • Die Kamera immer dabei haben, macht einen Unterschied. Egal, wenn ich denke „Was soll da schon spannendes passieren?!“. Ohne Ausnahme die Kamera immer dabei haben. Ich sehe anders, wenn meine Kamera dabei ist. Also: Schlüssel und Kamera mitnehmen!
  • Es ist an den meisten Tagen ein ziemlich alltägliches Leben ohne „Tiefe“ oder besonderer Ästhetik. Aber dafür ist es ein fotografisches Tagebuch. Also ruhig niedrige Erwartungshaltung haben.
  • Und manchmal kommen die besten Fotos raus, wenn ich das gar nicht erwartet habe. Wenn ich einfach einen Moment festhalte und dann wird das Foto hinterher BÄM. Was. Für. Ein. Gefühl! Hatte ich immerhin ein paar (wenige) Male und das hat gereicht, um dieses positive Gefühl mit dem Projekt zu verbinden. Deshalb: Auch wenn ich uninspiriert bin, dieses eine Foto selbstsicher(er) machen.

… hinsichtlich des Projektes?

  • Die Projekt-Regeln und Rahmenbedingungen so gestalten, dass sie *wirklich* das Projekt unterstützen. Ggf. muss man zwischendrin nachjustieren, was man sich anfangs vorgenommen hat. Das war bei mir nicht der Fall, weil meine Regeln/Spielrahmen tatsächlich gepasst haben, aber das ist irgendwo auch Glück, wenn man das noch nie gemacht hat und sich unbewusst/aus Versehen zu viel vorgenommen hat. Zu meinen Regeln schreibe ich unten mehr.
  • Dadurch, dass ich die Kamera immer dabei hatte, kam ich mit Freund:innen und Bekannten ins Gespräch, die sonst mit Fotografie nichts zu tun haben und das war auch immer wieder schön. So wurde ich auf einen Fotospot hingewiesen.
  • Ich sollte ja ohnehin jeden Tag ein Foto machen. Einmal in der Woche ein Foto mit vorgegebenem Thema zu machen, hat durchaus geholfen und inspiriert (manchmal mich aber auch ratlos zurückgelassen :D). Bei mir war es das Projekt 52 von Sari, das mich begleitet hat. Ein begleitendes Wochenprojekt war völlig okay. Aber sich auch nicht übernehmen – ich hatte ganz am Anfang sogar drei Wochenprojekte mitlaufen, das hat sich aber sehr schnell von selbst erledigt *lach*
April
Mai
Juni

Würde ich es genauso wieder machen?

Das hier waren meine Regeln aus dem allerersten Post.

Mein Tagesfoto wird vorzugsweise mit der ausgewählten Equipment-Kombi gemacht.

Kann man machen, hat aber keine Priorität. Zwischendrin habe ich diese Regel aufgeweicht. Ich fand die Regel dennoch hilfreich, weil ich auf diese Weise mich und meine Kameras kennengelernt habe und weiß, wann ich welche Kamera nutzen will. Und das nun evidenzbasiert, weil ich auch die anderen Kameras mehr genutzt habe. Für weitere Runden würde ich, um den Spaßfaktor zu erhöhen, mich auf mein Lieblingsequipment eingrenzen.

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Ich mache so viele Fotos wie ich am jeweiligen Tag will . Die Auswahl des Tagesfotos mache ich, wenn ich Zeit habe. Erfahrungsgemäß habe ich 7-10 Tage lang Fotos auf meiner Kamera (digital) gesammelt bis ich sie auf meinen Laptop gezogen und die Auswahl gemacht habe. Bei den analogen Fotos wird das sicherlich anders aussehen.

Behalten. Eine andere Variante ist sehr, sehr bewusst dieses eine Foto macht und dann war’s das. Darum ging es mir aber nicht. Vor allem weiß ich ja nicht vorher, was mir am Tag begegnen wird. Also lieber mehr machen und im Nachhinein sich für das Tagesfoto entscheiden.

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Bei der Motivwahl gilt: Was ich interessant finde. Wie Falk sagte: Und wenn es eben die Teetasse ist. Ich habe per se keine Beschränkung.

Behalten. Für die erste Runde auf jeden Fall. Und für jede andere Runde, wo man sich nicht sicher ist, dass man genug Kraft und Zeit hat, sich ggf. länger mit der Motivsuche zu beschäftigen (weil man sich ein Thema gesetzt hat). Sogar mit dieser offenen Motivwahl hatte ich oft doch einen gewissen Anspruch an mich selbst, sodass ich trotzdem noch etwas gesucht habe.

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Bei den Farben gilt: Bei den digitalen Fotos nehme ich sie farblich so, wie sie aus meiner Kamera kommen. Bei den analogen Fotos nehme ich sie farblich so, wie ich sie vom Labor bekomme. Sonst nehme ich keine Farbbearbeitung vor. Das liegt am Aufwand und an der Faulheit.

Behalten. Mehr Zeit hätte ich nicht investieren können ins Projekt. Oder auch wollen. Farbbearbeitung macht Spaß, aber bei 365 Fotos – puh. Dass ich kaum Erfahrung mit Foto-/Farbbearbeitung könnte ein Grund dafür oder dagegen sein. Dafür, wenn ich mir das Ziel gelegt hätte, mich damit zu beschäftigen. Ist aber wieder eine zusätzliche Herausforderung.

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Juli
August
September

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Begradigungen und Verkleinerungen (für den Blog) führe ich durch.

Behalten. War im Bereich des Akzeptablen was Fotobearbeitung anging, siehe Regel davor.

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Das Posten des Tagesfotos (auf Instagram, auf dem Blog) mache ich, wenn es zeitlich passt. Es kommt also immer wieder in Schüben was dazu.

Behalten und für mich ganz wichtig! Und hierbei beziehe ich mich an dieser Stelle nur auf das Hochladen in die Galerie. So bleibt der Fokus auf dem Fotografieren, und es kommt nicht die zusätzliche Komponente des täglichen Hochladens dazu (was auch bedeutet hätte: täglich die Fotos auf den Laptop zu schieben, zu sortieren, auszusuchen und umbenennen, Größe verkleinern und hochladen – ist schon ein gewisser administrativer Aufwand). Und nicht mal ich schaute täglich in meine Galerie rein, daher glaube ich nicht, dass jemand anderes es täte. Wäre ohnehin spätestens bei den analogen Fotos schwierig geworden.

Der Wochenliebling war eine Idee, die erst nach dem initialen Beitrag aufkam. Der erste Wochenliebling-Beitrag kam entsprechend mit Verzug von mehreren Wochen online. Und diesen Verzug würde ich beibehalten für eine weitere Runde. Sonst hätte ich zeitlich echt Probleme bekommen. In der letzten Woche des Jahres, für meinen letzten Wochenliebling, war ich sehr froh, dass ich nur einmal den Wochenliebling in der gleichen Woche posten „musste“ und das ganze Jahr hindurch einen gewissen Verzug hatte. Das hat mir viel Zeit und Lockerheit geschenkt.

Das Verhältnis zum Wochenliebling ist etwas zwiegespalten: Dadurch, dass sie (meistens) mindestens wöchentlich kamen, haben sie Zeit in Anspruch genommen, um zusammengestellt zu werden. Aber es war auch schön, mich in kleinen Paketen mit meinen Fotos zu beschäftigen und die Qual der Wahl zu haben bei der Wahl des Wochenlieblings. Außerdem war es toll, meinen Fotos so die Bühne geben und von mehr Menschen gesehen werden zu können! Es überwiegt letztlich das gute Gefühl bei den Wochenlieblingen und würde ich daher insgesamt beibehalten. Aber auf jeden Fall mit dem zeitlichen Verzug. Ich weiß, dass dieser Verzug mich immer wieder etwas genervt hat, weil ich immer in der Vergangenheit lebte und so ein Mitmachen bei offiziellen Projekten wie dem oben genannten Projekt 52 nicht möglich war. Aber die geschenkte Zeit macht vieles wett.

Das Posten auf Instagram als Story war mal was anderes. Es war eine weitere Arbeit, aber ich mochte sehr die Rückmeldungen aus dem Freund:innenkreis, die die Fotoergebnisse mit großer Wahrscheinlichkeit nicht mitbekommen hätten. Da habe ich mich immer sehr gefreut! Der Arbeitsfluss war da aber auch sehr stressfrei: Ich habe immer wieder im Bulk die Fotos in Canvas am Laptop vorbereitet und dann am Handy in Instagram gepostet, wann es mir wieder einfiel. Daher wahrscheinlich auch behalten.

Oktober
November
Dezember

Und wer nun noch Lust hat, kann sich gerne durch alle 52 Wochenlieblinge (auf einer Seite) oder durch die Galerie mit 361 minus 4 Fotos durchscrollen. Wer doch noch mehr lesen will, hier sind Erfahrungsberichte vom Weg:

Und damit kommt der Abschluss zum Abschluss 🖐

Drei fotografische Erkenntnisse aus der Japan-Reise 2023

Meine Japanreise 2023 hat für mich auch eine besondere Rolle hinsichtlich meiner fotografische „Biografie“ eingenommen. Es gab drei fotografische Erkenntnisse, die ich mit dieser Japanreise verbinde.

Alle gezeigten Fotos kannst du anklicken und vergrößern.

(1) Der Fokus der Kamera stimmt nicht!?

Anfangs wollte ich schreiben, dass einer meiner Lehren war, niemals eine Kamera mitzunehmen, die ich gar nicht kenne. Aber das stimmt gar nicht. Ich kannte die Kamera, aber eben nur sehr flüchtig. Erst auf der Reise merkte ich, dass die Kamera Mängel hatte…

Es war Tag 1 unserer gesamten Reise, wir waren in Kyoto unterwegs. Ich hatte meine Filmkamera dabei, die Minolta 9000. Irgendwann merkte ich, dass ich nicht im Unendlichen fokussieren konnte. Objekte, die also in weiter Entfernung zu mir waren, wurden nicht scharf. Das konnte eigentlich nicht sein. Die Unendlichkeit ist immer irgendwann scharf. Was war falsch?

Diese gebrauchte Kamera war der letzte Neuzugang, aber ich hatte die Kamera vor dem Urlaub noch in Deutschland getestet. Der Fotofail, mit dem ich zu kämpfen hatte, hatte eine ganz andere Ursache und letztendlich sahen die Fotos für mich okay aus (habe nur zwei auf dem Blog gezeigt) und deshalb entschied ich mich dazu, die Kamera tatsächlich mitzunehmen. Als ich nun in Japan war, versuchte ich zu überlegen woran es liegen könnte. Das Objektiv selbst stellte ich nicht infrage. Lag das Objektiv komisch auf? War irgendwas an der Distanz komisch? Ich kam nicht drauf, weshalb ich nicht ins Unendliche fokussieren konnte.

Das Problem und wie weitermachen?

Das Problem, das sich daraus ableitete: Kann ich dem Fokus überhaupt noch trauen? Wenn ich weiß, dass ein Objekt in weiter Ferne auf der Einstellung unendlich eigentlich scharf sein sollte und es nicht ist, musste ich jede Scharfstellung infrage stellen. Eigentlich war meine analoge Fotoausrüstung für die Tonne und so fühlte ich mich auch.

Puh. Die Wut und der Frust waren groß. Ich saß am Abend im Hotelzimmer, probierte hin und her, in der Hoffnung, dass irgendwas sich verbessern würde. Hoffte, dass irgendwo irgendetwas war, das ich nur wegwischen musste und dann wäre alles wieder perfekt. Oder dass ich zu doof war, um das Objektiv richtig an der Kamera zu befestigen (als ob ich das nicht schon zigmal gemacht hätte). Und das an Tag 1 unserer dreiwöchigen Reise.

Was wollte ich nun tun? Der Film war eingelegt und Zeit für eine alternative Kamera wollte ich mir nicht nehmen (das wäre in Japan durchaus eine Option, da der Gebrauchtmarkt für Filmkameras wohl ganz gut sein soll). Das hieß, entweder die oder keine Kamera. Oder einfach nicht fotografieren, weil out of focus-Fotos sind ja auch blöd?!
Ich entschied: Trotzdem Fotos machen und schauen was rauskommt. Denn wenn ich gar nicht fotografieren würde, dann gäbe es gar keine Chance auf irgendwelche Fotos.

Eine Sache wusste ich, die beim Fotografieren helfen würde: Wenn ich auf unendlich fokussiere, wird das gemachte Foto am Ende scharf sein, auch wenn ich es nicht scharf sehe (Prinzip 1). Alles was näher dran war, konnte ich nur auf gut Glück fokussieren. Das heißt, wenn ich das Bild durch den Sucher scharf sah, habe ich minimal ins Unscharfe gedreht und dann abgedrückt (Prinzip 2). Und gehofft, dass ich damit den realen Schärfepunkt erreicht habe.

Die Fotos jetzt mit einem anderen Blick betrachten

Ich habe meine analogen Fotos aus Japan nochmal durchgesehen, um zu prüfen, welche Art Fotos ich auf dieser Reise letztlich gemacht habe. Viele Fotos haben tatsächlich ihren Schärfepunkt weit weg von mir, das heißt, dass ich Prinzip 1 anwenden konnte und so sind die Fotos auch scharf. Ich probierte mich aber auch an Objekten, die nicht unendlich weit weg waren. Und es gibt immerhin paar Fotos, die ihren Fokus dort haben, wo ich ihn auch haben wollte. Zu diesen Fotos gehören die bemooste Steinlaterne, die Koi-Karpfen und der Krebs. Ich kann es wirklich nicht fassen, dass sie so aussehen wie sie es eben tun. Wenn ich diese Fotos mit diesem Blick und Wissen betrachte, bin ich fast doppelt stolz 🤯

Auf der anderen Seite gibt es etliche Fotos, die ihren Fokuspunkt nicht da haben, wo sie hätten sein sollen. Einige Fotos hatte ich in den Posts mit analogen Fotos aus Japan gezeigt, andere wiederum nicht:

Gelernt und mitgenommen

Trotzdem fotografieren und eine Chance geben, dass ein gutes Foto entstehen kann. Das Beste aus den Bedingungen machen. Bloß weil ich nicht die Idealbedingungen habe, heißt es nicht, dass daraus nichts Interessantes/Gutes entstehen kann. Wenn man es optimistisch betrachtet, könnte man auch sagen: Die Grenzen werden die Kreativität fördern – wobei das der letzte Satz wäre, den ich in der Situation zu hören gewollt hätte 😀

Der Testfilm

Im Nachhinein frage ich mich, warum es mir nicht in Deutschland mit meiner Testrolle aufgefallen war, dass etwas nicht stimmte. Ich habe auch meine Testrolle nochmal durchgesehen – und siehe da, alle Fotos mit Objekten in meiner Nähe sind unscharf. Das muss ich auch damals schon bemerkt haben, habe das aber wohl auf mich und meine Unfähigkeit zurückgeführt und nicht auf einen möglichen Mangel an der Kamera (auch eine interessante Erkenntnis!). Außerdem habe ich bei der Testrolle vor allem Fotos von Objekten in meiner Nähe gemacht. In Japan ist es mir nur aufgefallen, weil ich etwas in der Ferne fokussiert habe und es dann unscharf war. Deshalb fiel es mir eben erst in Japan auf und nicht schon in Deutschland.

Die Ursache des Fehlers

Die Kamera habe ich zum Fachmann gebracht und er zeigte mir woran es lag: Der Spiegel in der Kamera saß locker statt fest gespannt an Ort und Stelle und verursachte diesen optischen Fehler durch den Sucher. Auf Empfehlung des Fachmanns ließ ich keine Reparatur durchführen, es lohne sich nicht mehr finanziell gesehen (für mich) und die Ersatzteile gäbe es nicht mehr.

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(2) Mein fotografischer Blick wird gewürdigt

Im Gegensatz dazu, gibt es eine schöne Erinnerung aus dem Garten in Kanazawa.

Von einem „Hügelchen“ ging es auf Stufen wieder hinunter, einen Weg entlang. Links und rechts vom Weg erstreckte sich das weiche Moos. Und vielleicht lag da noch mehr, das ich jetzt nicht mehr nachvollziehen kann. Als ich mich umblickte, befand ich das vor mir liegende Bild als fotografierenswert. Aber damit war ich alleine. Die Menschen liefen vorbei und weiter und ich fühlte mich ein klein wenig unbehaglich wie ich da stand und das Moos fotografierte. Aber mich faszinierte die Szene wirklich, so nahm ich mir die Zeit, um ein Foto zu machen.

Und irgendwann blieb ein Mann stehen und wollte sehen, was ich da sehe. Ich kenne das gut, manchmal frage ich mich auch, was die Menschen in ihrem Sucher wohl gerade sehen. Dann nickte er und sagte so etwas wie: Gut gesehen. Er positionierte ebenso seine Kamera und machte ein Foto von dem Bild das nun vor uns beiden lag. Er bedankte sich und ging weiter.

Dieser Kommentar war so wertvoll für mich, weil mir jemand sagte, dass ich etwas Schönes gesehen hatte, was man nicht auf den ersten Blick als solches erkennt. Dass er es mir nachmachte, war für mich ebenso eine Würdigung, dass dieses Motiv es wert war, die Kamera anzusetzen. Es geht dabei gar nicht darum, ob ein Motiv für jeden hätte wertvoll sein sollen. Auch wenn ich für mich fotografiere, so ist es auch immer wieder schön, eine Bestätigung von außen zu bekommen. Und so ein Moment war das. Diesen Moment habe ich mitgenommen.

Das Foto selbst ist leider nichts geworden, wie du unten siehst. Das Foto ist massiv unterbelichtet und da ist nichts zu holen. Ich habe dem Foto mit einem Fotobearbeitungsprogramm Licht gegeben, trotzdem erkenne ich nur noch den Zaun links oben und die Moos-bedeckten Steine kann ich nur erahnen zwischen minimal helleren und komplett schwarzen Bereichen (waren stufenartig angeordnet). Rechts oben sehen wir noch ein bisschen Licht, das durch die Blätter hindurch scheint. Was der rote Lichtpunkt ist, weiß ich bis heute nicht. Ich glaube das war ein „Experimentalfilm“ und daher rührt dieser kreative Outburst.

Mehr ist nicht drin im Foto. Das bringt mich dann zu meiner dritten fotografischen Erkenntnis der Japanreise.

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(3) Meine Belichtungsfähigkeiten sind ausbaufähig

Das ist eine Erkenntnis, die ich erst hatte als ich wieder in Deutschland war, aber hat mit allen meinen Fotos zu tun, die ich in Japan gemacht habe. Ich hatte fotografisch gesehen große Erwartungen an die Japanreise und mich. Einereseits hatte ich in den Monaten zuvor zu viele schöne analoge Fotos von Japan gesehen und ich war entsprechend versessen darauf, ebensolche selbst aus Japan mitzubringen. Andererseits besucht man Japan nicht alle Tage, da wirkt es noch dringender, dass die Fotos, die man macht, sitzen. Tja, das taten viele meiner Fotos nicht. Einerseits hatte ich ja das Fokussierproblem. Und dann kam dazu, dass ich einfach nicht gut belichtete.

Bis dahin hatte ich nur die Sunny 16-Regel genutzt, um die Belichtung einzustellen, und das ist mehr eine Daumenregel als mit gemessenen Daten zu arbeiten. Manchmal wurde ich faul und wendete sogar diese Regel nicht an, stattdessen fotografierte ich nach Bauchgefühl . Wie ich bereits in einem anderen Post beschrieb, war (und bin) ich weit davon entfernt aus dem Bauchgefühl heraus zu fotografieren zu können. Ich hatte diese Vorstellung, dass ich anstreben sollte keinen Belichtungsmesser zu benutzen… Und vielleicht sollte das nicht mein Ziel sein?

Ich habe auf die harte Weise gelernt, dass das nicht die beste Idee war. Der dritte Film (von dreien) war bis auf eine Handvoll Fotos extrem unterbelichtet. Und auch bei den ersten zwei Filmen hatte ich einige unterbelichtete Fotos. Bei insgesamt 40 % meiner Fotos bin ich nicht zufrieden mit der Belichtung.
Wenn ich schon ohne Belichtungsmesser fotografieren will, dann sollte ich wenigstens das beachten: Viel mehr Licht drauf geben.

Nachdem ich die Ausbeute meiner Fotos nach der Reise sah, entschied ich mich, dass ich mich nochmal mit Belichtung beschäftigen wollte. Ich wollte nicht wieder auf Reisen gehen und unterbelichtete Fotos mitbringen. Die Lösung war nicht schwer: Belichtungsmesser nutzen. Was aber genau zu messen ist, das musste ich selbst entscheiden. Ich hörte in Podcasts wie andere es tun. Ein wichtiger Punkt auf meinem Lernweg war meine Auseinandersetzung mit dem Zonenkonzept nach Ansel Adams im März 2024 auf Madeira.

Das Ergebnis dieser Entscheidung und dem Lernen zeigten sich dann 2024, angefangen bei den Madeira-Fotos bis hin zu den Fotos meiner Vietnamreise (wo ich vieles noch nicht gezeigt habe) und alles was dazwischen fotografiert wurde: Es waren definitiv mehr Fotos, die mir von der Belichtung her gefielen.

Insgesamt war 2024 ein gutes fotografisches Jahr für mich. Einiges hat es bestimmt den fotografischen Erkenntnissen während der Japanreise zu verdanken. Mit einigen meiner Lieblinge aus 2024 schließe ich diesen Artikel:

Eine Woche Camp Snap

Den entscheidenden Anschubser zur Anmeldung zum Projekt Camp Snap-Tour 2025 von Holger hat mir Aurelia gegeben. Nachdem ich ihren Bericht und Fotos gelesen und gesehen habe, habe ich nicht lange gefackelt. E-Mail an Holger zur Anmeldung und Anfang September, nach rund 3,5 Monaten, war es dann so weit und die Kamera auf dem Weg zu mir.

„Camp Snap-Tour“?

Die Camp Snap wird als „bildschirmfreie Vintage Digitalkamera“ im Internet beworben. Holger hat sich eine besorgt und eine Kamera-Tour gestartet. Dafür schickte er seine Kamera zur ersten teilnehmenden Person und dann ging es von Teilnehmer:in zu Teilnehmer:in. Jede:r hat eine Woche Zeit Fotos mit ihr zu machen und am Ende der Zeit wird die Kamera zur nächsten Person weitergeschickt. Zwei ausgewählte Fotos werden zu Holger geschickt, die wiederum auf einer Seite gesammelt veröffentlicht werden: Link zur Galerie.

Holger hat die Kamera auf schwarzweiß gestellt und das fand ich insofern interessant, da ich zwar analog, aber noch nie digital schwarzweiß fotografiert habe.

Camp Snap im Fotoprojekt 365

Ich habe die Camp Snap in mein Fotoprojekt 365 eingebunden und sie eine Woche lang als Hauptkamera genutzt. Die ersten Tage dümpelte ich fotografisch vor mich hin, d. h. ich habe mir mäßig Mühe gegeben, die Kamera wirklich zu nutzen und auszuprobieren. Dass ich die Fotos nicht angeschaut habe, hat meiner Motivation nicht geholfen.

Der Witz an der bildschirmfreien Kamera ist nämlich, dass man die Fotos nicht direkt sehen kann nachdem man eines gemacht hat (man muss die Kamera zuhause an den Computer anschließen). Das hat schon was analoges. Da es an der Kamera gar keine Einstellmöglichkeiten gibt (außer Blitz an/aus), ist sie im Grunde eine Point and Shoot-Kamera. Draufhalten, abdrücken, fertig ist das Foto. Und mir ist in letzter Zeit aufgefallen, dass diese Art der Kamera nicht meins ist. Ich habe so wenig Gefühl und Kontrolle über das Bild und das hemmt meine fotografische Motivation.

Nachdem ich die Fotos am vorvorletzten Tag doch mal durchgesehen hatte und wusste, was Gutes bei der Kamera rumkommen kann, konnte ich mich für die zwei letzten Tage besser auf die Kamera einlassen. Und dann machte es richtig Spaß! War also eine gute Idee, die Fotos zu sichten, bevor die Woche Camp Snap vorbei war (hätte auch noch früher sein können, aber egal :D)

Als ich am letzten Abend alle Fotos vor mir hatte, war ich glücklich und stolz, dass ich einige Bilder gemacht habe, die mir gut gefallen. Stolz, was die Kamera und ich zustande gebracht hatten. Einige Fotos sind eher random, andere finde ich wirklich gelungen.

Im heutigen Post zeige ich Fotos, die es nicht zum Tagesfoto geschafft haben. Das muss nicht heißen, dass die Tagesfotos die „besseren“ Fotos sind. Es gab Tage, da habe ich nur grottige Fotos gemacht und Tage, an denen ich viele gute Fotos hatte und ich wieder die Qual der Wahl hatte.
Die Tagesfotos gibt es dann, wenn’s chronologisch gesehen so weit ist. Aktuell warte ich noch auf Filmfotos, die vor der Camp Snap gemacht wurden.

Fotos durch Anklicken vergrößern

Die Zwei

Voilà – meine zwei Auserwählten, die ich Holger geschickt habe (sind auch hier in Holgers Galerie zu sehen):

Ich nehme mit …

Die Kamera immer dabei zu haben, wohin ich auch gehe, zahlt sich aus. Denn dann kann ich spontane Momente festhalten. Mir tut die Gewohnheit gut, die Kamera stets dabei zu haben.

Schade fand ich tatsächlich, dass die Lichter-Fotos am letzten Abend weitestgehend ausgebrannt waren um die Lichtquelle herum. Aber das würde ich mal abends mit einer anderen Kamera und Stativ nochmal ausprobieren. Dafür sind Herbst und Winter da ^^

Insgesamt war das eine coole Erfahrung und hat durchaus Spaß gemacht, als ich mich losgelöst habe von dem was ich sonst so kenne und mich auf die Kamera und ihre Limitation eingelassen habe.

Mitmachen? – Leider nimma mehr

Wie ich gerade gelesen habe, ist die Tour abgeschlossen und auf Nachfrage bei Holger ist auch keine neue Runde geplant. Ich hätte diese Aktion sehr gerne beworben, aber da bin ich nun zu spät. An dieser Stelle nochmal der Link zur Galerie mit allen Fotos der Teilnehmer:innen und ein Danke für die reibungslose Orga an Holger.


Camp Snap (Voreinstellung schwarzweiß) von Holger