Eine Woche Camp Snap

Den entscheidenden Anschubser zur Anmeldung zum Projekt Camp Snap-Tour 2025 von Holger hat mir Aurelia gegeben. Nachdem ich ihren Bericht und Fotos gelesen und gesehen habe, habe ich nicht lange gefackelt. E-Mail an Holger zur Anmeldung und Anfang September, nach rund 3,5 Monaten, war es dann so weit und die Kamera auf dem Weg zu mir.

„Camp Snap-Tour“?

Die Camp Snap wird als „bildschirmfreie Vintage Digitalkamera“ im Internet beworben. Holger hat sich eine besorgt und eine Kamera-Tour gestartet. Dafür schickte er seine Kamera zur ersten teilnehmenden Person und dann ging es von Teilnehmer:in zu Teilnehmer:in. Jede:r hat eine Woche Zeit Fotos mit ihr zu machen und am Ende der Zeit wird die Kamera zur nächsten Person weitergeschickt. Zwei ausgewählte Fotos werden zu Holger geschickt, die wiederum auf einer Seite gesammelt veröffentlicht werden: Link zur Galerie.

Holger hat die Kamera auf schwarzweiß gestellt und das fand ich insofern interessant, da ich zwar analog, aber noch nie digital schwarzweiß fotografiert habe.

Camp Snap im Fotoprojekt 365

Ich habe die Camp Snap in mein Fotoprojekt 365 eingebunden und sie eine Woche lang als Hauptkamera genutzt. Die ersten Tage dümpelte ich fotografisch vor mich hin, d. h. ich habe mir mäßig Mühe gegeben, die Kamera wirklich zu nutzen und auszuprobieren. Dass ich die Fotos nicht angeschaut habe, hat meiner Motivation nicht geholfen.

Der Witz an der bildschirmfreien Kamera ist nämlich, dass man die Fotos nicht direkt sehen kann nachdem man eines gemacht hat (man muss die Kamera zuhause an den Computer anschließen). Das hat schon was analoges. Da es an der Kamera gar keine Einstellmöglichkeiten gibt (außer Blitz an/aus), ist sie im Grunde eine Point and Shoot-Kamera. Draufhalten, abdrücken, fertig ist das Foto. Und mir ist in letzter Zeit aufgefallen, dass diese Art der Kamera nicht meins ist. Ich habe so wenig Gefühl und Kontrolle über das Bild und das hemmt meine fotografische Motivation.

Nachdem ich die Fotos am vorvorletzten Tag doch mal durchgesehen hatte und wusste, was Gutes bei der Kamera rumkommen kann, konnte ich mich für die zwei letzten Tage besser auf die Kamera einlassen. Und dann machte es richtig Spaß! War also eine gute Idee, die Fotos zu sichten, bevor die Woche Camp Snap vorbei war (hätte auch noch früher sein können, aber egal :D)

Als ich am letzten Abend alle Fotos vor mir hatte, war ich glücklich und stolz, dass ich einige Bilder gemacht habe, die mir gut gefallen. Stolz, was die Kamera und ich zustande gebracht hatten. Einige Fotos sind eher random, andere finde ich wirklich gelungen.

Im heutigen Post zeige ich Fotos, die es nicht zum Tagesfoto geschafft haben. Das muss nicht heißen, dass die Tagesfotos die „besseren“ Fotos sind. Es gab Tage, da habe ich nur grottige Fotos gemacht und Tage, an denen ich viele gute Fotos hatte und ich wieder die Qual der Wahl hatte.
Die Tagesfotos gibt es dann, wenn’s chronologisch gesehen so weit ist. Aktuell warte ich noch auf Filmfotos, die vor der Camp Snap gemacht wurden.

Fotos durch Anklicken vergrößern

Die Zwei

Voilà – meine zwei Auserwählten, die ich Holger geschickt habe (sind auch hier in Holgers Galerie zu sehen):

Ich nehme mit …

Die Kamera immer dabei zu haben, wohin ich auch gehe, zahlt sich aus. Denn dann kann ich spontane Momente festhalten. Mir tut die Gewohnheit gut, die Kamera stets dabei zu haben.

Schade fand ich tatsächlich, dass die Lichter-Fotos am letzten Abend weitestgehend ausgebrannt waren um die Lichtquelle herum. Aber das würde ich mal abends mit einer anderen Kamera und Stativ nochmal ausprobieren. Dafür sind Herbst und Winter da ^^

Insgesamt war das eine coole Erfahrung und hat durchaus Spaß gemacht, als ich mich losgelöst habe von dem was ich sonst so kenne und mich auf die Kamera und ihre Limitation eingelassen habe.

Mitmachen? – Leider nimma mehr

Wie ich gerade gelesen habe, ist die Tour abgeschlossen und auf Nachfrage bei Holger ist auch keine neue Runde geplant. Ich hätte diese Aktion sehr gerne beworben, aber da bin ich nun zu spät. An dieser Stelle nochmal der Link zur Galerie mit allen Fotos der Teilnehmer:innen und ein Danke für die reibungslose Orga an Holger.


Camp Snap (Voreinstellung schwarzweiß) von Holger

Um 180° drehen

Ich habe die Gewohnheit auf Spaziergängen oder Wanderungen mittendrin stehenzubleiben (bei letzterem auch einfach mal um durchzuatmen). Dann drehe ich mich um 180 ° und schaue auf den Weg hinter mir. Den, den ich gerade gekommen bin und von vorne gesehen habe. Ich drehe mich um, um den Weg von hinten anzuschauen. All das, was ich von der einen Seite gesehen habe – Bäume, Gräser, Steine, den Weg – sehe ich nun von der anderen Seite. Die Seite, die meinem Rücken vorbehalten ist. Eigentlich.

Was wäre gewesen, wenn ich den Weg vom anderen Ende oder aus der anderen Richtung gegangen wäre? – Das hätte ich also verpasst, wenn ich weiterhin mit der Nase nach vorn und voraus gegangen wäre. Ein bisschen kickt also das FOMO-Gefühl in mir.

Wie ich zu dieser Gewohnheit kam, weiß ich nicht genau. Vielleicht durch das Joggen. Zum Wiedereinstieg ins Joggen laufe ich eigentlich immer die gleiche kleine Runde. Dann wurde sie mir irgendwann zu langweilig, aber die Route wollte ich halt auch nicht ändern. Also den Weg einfach rückwärts laufen (also den Weg von der anderen Richtung her laufen, natürlich nicht ich selbst), das sollte ein bisschen Abwechslung schaffen. Und tatsächlich, mir zeigte sich ein anderes Bild der doch gleichen Umgebung.

Ein bemerkenswerter Blick ist garantiert, wenn du eine Strecke auf einer weitläufigen Fläche oder einer Steigung (hoch oder runter) hinter dich gebracht hast und dann zurückschaust. Da gibt es auf jeden Fall was zu sehen. Aber sonst, ich bin ehrlich, ist der Blick zurück oft recht unspektakulär. Aber glücklich macht es mich trotzdem immer wieder.

Und auch wenn man dieses Zurückblicken metaphorisch weiterdenken kann, so geht es heute wirklich nur darum: Physisch stehenbleiben, sich umdrehen, kurz beobachten und dann wieder losziehen.

Vielleicht ist das schon direkt etwas fürs bevorstehende lange Wochenende? In jedem Fall wünsche ich schöne Feiertage!


Kamera + Objektiv: Minolta Dynax 7000i + Minolta AF 100 mm Macro f/2.8
Film: Agfaphoto APX100
Filmentwicklung + Scan: ON FILM LAB

Von Regen zur Perle

Ermutigt durch das Format Wochenblatt bei Jutta habe ich letztes Jahr den Blättern der Pflanzen in meiner Umgebung mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Und auch wenn ich nicht in das Format/Projekt eingestiegen bin, wo jede Woche ein Blatt im Fokus steht – der Titel ist Programm! – bin ich letzten Sommer mit dem Format im Hinterkopf in die Welt gezogen. Und so fiel mein Blick auf einen Busch, den ich während eines Spaziergangs ohne Kamera entdeckte. Ich fand die Blattform interessant und wollte daher das Blatt vor meine Linse kriegen.

An einem Nachmittag machte ich mich auf den Weg, um Fotos zu machen. Zuerst ein paar „Blattportraits“. Dann zog jedoch etwas anderes meine Aufmerksamkeit auf sich: Kugelrunde, glänzende Tropfen – wie kleine Perlen. Es hatte zuvor geregnet und das war übrig geblieben. Es war eine Herausforderung sie zu fotografieren, denn ich hatte Schwierigkeiten mit dem Fokussieren im Makrobereich. Da galt für mich: Viel ist viel. So stieg die Wahrscheinlichkeit, dass da was dabei sein würde.

Ein Foto aus der Reihe habe ich bereits als Einzelbild gezeigt. Heute gibt es noch die anderen Fotos.

Und so verlängert sich die Liste mit den Gründen wieso Regen doch ganz sympathisch sein kann. Denn nach dem Regen kommen Sonnenschein, blauer Himmel, Regenbogen – und nun auch diese kleinen Perlen.

Ich weiß, das ist ein bisschen sehr romantisierend, aber warum auch nicht? 🌦

(Was das für ein Blatt ist, weiß ich übrigens nicht.)


Kamera + Objektiv: Minolta Dynax 7000i + Minolta AF 100 mm Macro f/2.8
Film: Agfaphoto APX100
Filmentwicklung + Scan: ON FILM LAB