Die Maschenprobe – Raum zum Lernen

Ich hab es mit der Handarbeit. Während meiner Lohnarbeit sind meine Finger vorrangig mit Maus und Tastatur beschäftigt. Handarbeit ist eine Fingerfertigkeit der anderen Art und dazu Ablenkung fürs Hirn, weil die Finger die meiste Arbeit machen.

Häkeln und Stricken sind zwei Vertreter dieser Handarbeitskategorie, die ich mir näher anschauen wollte. Ich begann mit dem Häkeln: „Arbeite erst mal nur mit einer Nadel. Und wenn du das beherrscht, kannst du dich ans Stricken mit zwei Nadeln machen!“ Was für ein Unsinn, das eine hat nichts mit dem anderen zu tun.

Handarbeitsanfänge

Das Häkeln hat Spaß gemacht, aber große Projekte hatte ich dennoch nie begonnen und daher wurde das Häkeln doch wieder uninteressant. Frühjahr 2021 beschloss ich, Stricken zu lernen (geinfluenced von Leuten auf Instagram, die das Stricken für sich entdeckt hatten und ihre neue Leidenschaft online teilten). Die Grundmaschen wieder erlernen war dank ausgeliehener Büchereibücher und YouTube-Videos einfach.

Dann kam schon mein erstes Dilemma: Ich wollte ein erstes, echtes Strickstück stricken. Also etwas, das ich auch gebrauchen kann, nicht mehr nur Maschen üben – ein Kleidungsstück also. Bloß kollidierten zu diesem Zeitpunkt mein Lernstand und Fähigkeiten mit den gewünschten Strickprojekten. Mein Fähigkeitenstand war weit unter dem, was ich gerne gestrickt hätte. Und die Ungeduld und mein Bestreben erst mal keine neue Wolle zu kaufen und stattdessen erst mal das Übungsgarn aufzubrauchen, machte es nur schwieriger, ein passendes Projekt zu finden. Ein Pulli wäre cool, aber die Anleitungen meist zu schwer und ein Schal fand ich doch etwas lame. Es breitete sich Frust aus. Und damit legte ich das Stricken beiseite.

Aber diese Sommer dachte ich plötzlich: Ich hab Bock einen Schal zu stricken! Und dafür habe ich einige der Prinzipien vom Frühjahr über Bord geschmissen: a) Es wird doch ein Schal und b) ich habe mir passende Wolle geholt und die Übungswolle bleibt erst mal unberührt.

Und der Schal ist noch weit davon entfernt, fertig zu sein. Eigentlich habe ich ihn noch nicht mal begonnen und gleichzeitig in meinen Augen auch schon. Denn eine bisher unterschätzte Sache sehe ich mittlerweile anders: Die Maschenprobe.

Die Maschenprobe

Die Maschenprobe ist ein Musterstrickstück, das man anfertigt, bevor man mit der eigentlichen Arbeit loslegt, wenn man nach einer Anleitung arbeitet. Damit überprüft man gegen die Anleitung, ob die Strickgewohnheiten ähnlich der Anleitung sind.

Früher fand ich Maschenproben eher lästig, weil ich da erst mal vor mich hingearbeitet habe, um nach Beendigung der Maschenprobe (10cm x 10 cm-Stück) herauszufinden, ob ich im Vergleich zur Anleitung zu fest, zu locker oder gleich stricke (oder häkele). Und erst DANN ging es an die eigentliche Arbeit. Bäh.

Bei der Maschenprobe für den Schal hab ich aber einfach noch alles mögliche ausprobiert: Andere Muster, andere Nadelgrößen, andere Randmaschen. Es ist wie das anfängliche Ausprobieren, bloß mit einem Ziel: Mein Schal.

Im Endeffekt kann man es nennen wie man es will – vielleicht ist es auch einfach ein Probestück und nicht weiter besonders. Aber für mich war die Maschenprobe dieses Mal ein richtiges Aha-Erlebnis!

Bei der Maschenprobe bin ich nicht perfektionistisch und nicht so streng mit mir (Bloß keinen Fehler machen!) und gleichzeitig ist die Maschenprobe auch Teil des fertigen Schals. Und das ist irgendwie schön.

Die Maschenprobe wurde für mich der Raum zum zielgerichteten Üben, zum Ausprobieren und Fehlermachen, um jetzt ein bisschen mehr zu wissen, was den Schal angeht.

Was auf den Fotos wie ein komischer Schal aussieht sind also tatsächlich mehrere Maschenproben hintereinander.

Was mir die Maschenprobe de facto gesagt hat

Welche Infos habe ich aus der Maschenprobe am Ende nun ziehen können? Aus meiner Maschenprobe bin ich bin nicht schlau geworden. Im Vergleich zur Referenz auf der Banderole stricke ich in der angegeben Nadelstärke gleich viele Maschen (ergo: ich kann dahingehend mein Strickverhalten behalten); aber ich brauche viel mehr Reihen für die gleiche Höhe (ergo: ich stricke fester?). Das ist irgendwie verwirrend.

Aber für einen Schal ist es auch egal, dass das Ergebnis der Maschenprobe so ausgefallen ist. Ich weiß nun, welches Muster ich haben will und wie ich das erreiche. Und mit dem Dreisatz kann ich mir ausrechnen, wie viele Maschen ich brauche für die perfekte Breite meines Schals.

Jetzt geht’s an den wahrhaftigen Schal!

Ein Bloglebensupdate

Hui, was darf’s denn heute sein? Laut meinem eigenen Blog-Fahrplan wäre Irgendwas mit Foto dran. Aber das zweite Monatsdrittel fängt schon an, sodass eigentlich die nächste Station angefahren werden sollte und ich spät dran bin. Davon abgesehen bin ich nie in den Flow gekommen was meinen Blog-Fahrplan angeht *seufz*. Deshalb gibt es einfach was ganz anderes, ein Lebensupdate. Ah, besser: Ein Bloglebensupdate!

Ich habe eine neue Arbeit begonnen und das hat meinen bisherigen Alltag neu aufgewirbelt und ich muss mich erst mal wieder zurechtfinden, so „Work-Life-Balance“-mäßig. Abends war ich nach der Arbeit so platt, dass ich nur noch fähig war zu essen, duschen und schlafen. Das nervt mich insofern, da ich bis dahin einen Alltag mit recht viel Zeit für allerlei (Blog und anderes cooles Firlefanz) hatte. Daher heißt es jetzt: Umdenken und umgewöhnen.

Dazu kam noch, dass ich meinen Laptop für einige Wochen nicht benutzen konnte und ohne ihn hat alles im Internet nur noch ganz wenig Spaß gemacht (wie das klingt). Das hat den digitalen Teil meines Lebens auch sehr beeinflusst.

Gerade hat alles wieder seine Ordnung, daher nutze ich mal die Minute und schreib mir paar Dinge aus dem Kopf!

Ob in der Zwischenzeit, also den letzten Wochen, irgendwas gelaufen ist (abgesehen von der neuen Arbeitsstelle)?

Ein bisschen schon. Um ein Bloglebensupdate direkt sortiert zu geben, nutze ich meine drei Kategorien:

Irgendwas mit Foto

An einem Wochenende war ich draußen unterwegs und fotografieren. Nicht analog, sondern digital. Die Fotos müssen per se also nicht mehr entwickelt werden, zumindest nicht chemisch. Aber die „Postproduktion“ aka die Bearbeitung der Fotos (und auch die Auswahl!) der Fotos ist noch nicht durch und das möchte ich auf jeden Fall noch machen. Und dafür möchte ich mir ausgiebig(er) Zeit nehmen. Da ich in absehbarer Zeit wieder auf meinen Laptop verzichten werde, könnte das also noch etwas dauern. Außerdem habe ich mir eine weitere analoge Kamera gekauft und die will ich auch testen. Das geht auch ohne meinen Laptop (juchu!), schwieriger könnte es da mit der Entwicklung werden (weiß nicht, ob das Labor meines Vertrauens aktuell wegen Corona geöffnet hat *hmm*).

lautgedacht

Ich habe einige Sachen angefangen, aber nicht weitergeschrieben, weil ich lieber den nächsten Gedanken aufschreiben wollte. Das war aber nicht der einzige Grund. Bei einigen Themen habe ich schon gemerkt, dass sie noch einige Zeit benötigten bis sie sich rund anfühlen würden. Dafür hatte ich einfach nicht die Geduld. Deshalb habe ich sie dann absichtlich links liegen gelassen. Die Themen an sich machen schon Spaß, aber wenn der Spaß dann eine gute Weile dauert, dann überlege ich es mir zurzeit zweimal, ob ich das wirklich angehen will. Aber ich sehe es positiv: Die Grundlage der Texte ist schon mal da! 😄

Scanner-Fokus

Bisher sehr stiefmütterlich behandelt. Leider! Auf dem Blog habe ich noch gar nichts dazu gepostet und eigentlich ist das aus meiner Sicht eine coole Kategorie. Auf die habe ich mich echt voll gefreut und tu es immer noch! Auch hier ist schon was in der Pipeline (lol, dieses Wort ist für meinen Blog etwas hochgegriffen). Wahrscheinlich kann sich außer mir niemand was unter dieser Kategorie vorstellen. Daher hoffe ich sehr, dass ich zukünftig endlich bisschen von meiner Scanner-Seite zeigen kann, hehe.

So, das war jetzt viel angeteasert, damit du ja wiederkommst! Wobei ich nicht weiß, ob meine Teaser dich neugierig gemacht oder doch eher abgeschreckt haben :’D

Und last but not least:

Hier sitze ich also wieder und überlege, wie ich das mit dem Bloggen an sich gestalten kann. Fahrplan hab ich jetzt ja schon, an den habe ich mich bisher so zu 66,6 % gehalten … eine Quote, die in Ordnung ist (ginge aber auch besser). Aber da stellt sich mir schon die Frage, ob der Fahrplan in seiner jetzigen Form (jede Kategorie bekommt ein Drittel eines Monats) wirklich was für mich ist. Das spontane Schreiben fällt mir innerhalb dieses Fahrplans auch noch schwer. Aber auch hier sehe ich es positiv: Zwar ungewollt, aber ich habe ein wiederkehrendes Thema, das lautet „Wie schaffe ich es, einen Blog am Leben zu halten?“

Ich weiß, ich mache mir (zu) viele Gedanken. Aber ich versuche nicht nur zu grübeln (also sich mit den Gedanken im Kreis bewegen ohne eine Lösung zu finden), sondern versuche auch eine Lösung zu finden und das mitzunehmen, was aus einer Sackgasse mitzunehmen ist.

Was ich aus meiner aktuellen Blogsituation (= meine aktuelle Sackgasse) mitnehme: Die drei Kategorien finde ich immer noch supi und an denen habe ich mich tatsächlich sehr gut orientieren können. Bloß die Zeitaufteilung ist für mich noch ein Rätsel. In dem Sinne: Ich geh mal nachdenken!

Foto: bearbeitetes Original von Miriam Espacio von Pexels

Einleitung ins Format „Irgendwas mit Foto“ und eine kleine Chronik | Teil 2

Hier setze ich mit Teil 2 die kleine „Chronik“ fort, in der ich erzähle wie ich zur Fotografie kam. Zu Teil 1.

3 – Filme selbst entwickeln und Schwarzweißfotografie

Am Anfang habe ich eigentlich nur Farbfilme benutzt. Ich habe vorrangig auch die günstigen aus der Drogerie benutzt ^^“. Schwarzweißfilme waren zu teuer für mich und ich hatte noch nicht so sehr den Hang zu Schwarzweißfotos gehabt. Es galt: Hauptsache Fotos vom Film.

In der Schule bin ich im Keller auf einen Raum gestoßen, der mit „Fotolabor“ beschriftet war. Der war aber abgeschlossen und wurde nicht benutzt. Für eine Schularbeit habe ich mich dann bisschen mehr mit der Entwicklung vom Film beschäftigt und hatte dadurch Zugang zum Fotolabor bekommen. Tatsächlich habe ich keinen Film entwickelt und auch keine Fotoabzüge gemacht. Aber es dürfte mit ein Auslöser gewesen sein, dass ich seitdem lernen will, Filme selbst zu entwickeln und Abzüge zu machen.

Mir wurde vermittelt, dass das Entwickeln von Schwarzweißfilmen einfacher war als von Farbfilmen. Das könnte ein Grund sein, warum ich mehr Interesse an der Schwarzweißfotografie entwickelt habe. Darüber hinaus habe ich auch tatsächlich mehr Faszination an Schwarzweißfotos gefunden. Diese Reduktion auf ein Spektrum zwischen schwarz und weiß und vielen Grautönen, ganz ohne Farbe.

4 – Kaum Fortschritte in mehr als 10 Jahren

Jetzt kommen wir zu dem etwas traurigen Teil, wie ich finde.

Meine erste SLR (= single lense reflex, dt. Spiegelreflex(kamera)) habe ich so um 2009 gekauft. Das bedeutet, seither sind mehr als 10 Jahre vergangen und in diesen kann viel gelernt werden.

Und obwohl die Fotografie immer einen Platz bei mir hatte, war mein Interesse nie groß genug, dass ich mich wirklich dahinter geklemmt habe. Ich habe meine Kamera(s) immer wieder benutzt, aber mich nicht mehr damit auseinandergesetzt. Ich hatte nie den langfristigen Impuls, mich in dieses Fachgebiet hineinzuarbeiten und so dümpelte die Fotografie vor sich hin (#scannerdasein ?).

Dadurch habe ich in all diesen Jahren eigentlich kaum Fortschritte gemacht. Immer wieder habe ich mir mal Literatur geholt und bisschen gelesen, aber nie den Schritt gewagt, praktisch zu lernen. Und das ist für die Fotografie als Handwerk natürlich unpraktisch.

Aber die Faszination für und mein Interesse an Fotografie bleibt. Und alles was ich brauche, habe ich zuhause: Sowohl Kamera als auch Filmrollen.

5 – Impulse, um besser zu werden: Instagram, Gedanken, der Blog

… Und so bleibt mir fast nichts anderes als diese Filme zu verschießen!

Naja, nicht ganz. Es gibt noch weitere Impulse als nur das bestehende Equipment, die mich dazu brachten, dass ich Fotografie nun auf meine Freizeitagenda werfe – for real.

Instagram. Gut geschossene Fotos kommen oft im Feed vorbei und das löst in mir schon Neidgefühl aus. Ich sehe, was möglich ist und denke mir, dass ich das auch gern können will. Es ist kein gesunder Impuls, weil destruktiver Vergleich im Mittelpunkt steht. Aber es bleibt dennoch ein Impuls, meine fotografischen Skills verbessern zu wollen.

Gleichzeitig frage ich mich oft: Wie viel ist ein Foto (noch) wert? Was bedeutet ein Foto der Person, die es schießt und es auf Instagram postet? Allen voran merke ich das natürlich an mir: Für wen fotografiere ich gerade? Denn: Ich will eigentlich mehr als „bloß“ ein instagrammable photo schießen und posten, um Likes zu kassieren und dadurch mein Selbstwertgefühl zu pushen.

Mein letzter Impuls: Dieser Blog. Fotos und Blogs hängen seit jeher für mich eng zusammen. In der Hochphase der Blogs erschien es mir, dass Blogger:innen auch immer irgendwie Fotograf:innen waren. Auch wenn das nur eine Nische an Blogs ist und Blogs ohne Fotos ebenso interessant und gut sind. Der Blog ist einfach ein schönes Medium, um diese beiden Interessen zu verbinden: Schreiben und fotografieren – daher kommt diese Kombination häufig vor. Ich versuche bisher immer ein Bild einzubinden, aber es sind bisher ziemlich häufig Stockphotos 😀 Wahrscheinlich werde ich auch weiterhin nicht viele eigene Fotos für meine Posts schießen, da ich bisher immer noch mit wenig Konzept pro Blogpost arbeite.

Dennoch sehe auch ich den Blog als passendes Medium, um mein fotografisches Interesse auszuleben und zu präsentieren. Schön wäre es auf jeden Fall, Fotos mit Konzept für einen Blogpost zu erstellen. Aber ich bin auch schon zufrieden, wenn ich Fragen erörtere wie: Wie lerne ich, wie übe ich, wie scheitere ich? Was bedeutet mir Fotografie und wie weit bin ich bereit zu gehen und zu investieren?

Schlusswort

Auch wenn ich einen fachlichen Fokus habe, so werde ich auf dem Weg dorthin vieles lernen, was nicht nur für diese, sondern für jede Art der Fotografie relevant ist. Wer weiß, ob ich bei der analogen Schwarzweißfotografie bleibe oder nicht doch woanders meine Leidenschaft finde. Wie immer, wenn es ums Lernen und Ausprobieren von Dingen geht: Ich bin gespannt, was wird!

Fotos: 2 -Foto von Athena von Pexels; 1 + 3 – von mir