Japan 2023 #5: Ryokan erleben in Ako
Für diese Reise hatten wir uns vorgenommen in einem Ryokan, also einem traditionell japanisch eingerichtetem Hotel, zu übernachten. Geschlafen wird auf Futons, die auf dem Boden liegen, und oft wird eine Halbpension angeboten. Und nicht zu vergessen: ein Onsen, eine heiße Quelle ♨, ist auch dabei. Da es uns um das Ryokan ging, war uns der Ort, in dem das Ryokan lag, nicht wichtig. Nur auf unserer Route sollte es liegen. Und so verschlug es uns nach Ako – ein Ort, der uns nichts sagte.
Ako ist eine kleine Stadt, irgendwo an der Küste, zwischen Okayama und Himeji gelegen. Zuerst nahmen wir einen Regionalzug bis zum nächstgelegenen Bahnhof und von dort aus erreichten wir unser Ryokan mit dem örtlichen Bus. Zwei Nächte blieben wir dort und es ging um nichts anderes als: Entspannen.
Wir hatten von unserem Zimmer aus tatsächlich einen Meerblick. Um zur Küste zu gelangen, mussten wir zwar zwei Straßen überqueren und eine lange Treppe nach unten gehen. Aber dann waren wir schon da, an der Küste. Wir gingen auf Entdeckungstour, suchten und fanden Meereslebewesen; ich sah das erste Mal in meinem Leben fliegende Fische und wir schauten einem Angler zu.
Unser Tag 2 war verregnet. Das hielt uns nicht davon ab, wieder an der Küste entlang zu gehen. Und das taten wir bis wir im Stadtkern ankamen. Ein kleines Päuschen legten wir in einem kleinen Café ein, wo ich einen wirklich guten Matcha-Macaron gegessen habe.
Ich wollte wissen, was Ako sonst noch so zu bieten hat. Natürlich hat Ako auch eine Burg. Und die hat einen Bezug zu einer durchaus bekannten Begebenheit, und zwar die Geschichte über die 47 Ronin, zu deutsch 47 herrenlose Samurai. Die 47 Ronin rächten Anfang des 18. Jahrhunderts den Tod ihres Fürsten, was die bedingungslose Treue zwischen den Samurai und deren Herren bewies. Alle kamen sie aus Ako und heute ist dort noch die Burgruine vorzufinden, die frei zugänglich ist. Regenwetter war nicht der einladenste Rahmen, aber übers Gelände sind wir dennoch einmal gelaufen.
Was in der Halbpension angeboten wird, ist meines Wissens nach nicht vorgegeben. Wir hatten uns für ein Ryokan entschieden, das zum Abendessen gehobeneres Essen anbot. Es bestand aus mehreren Gängen und da war alles dabei zwischen lecker und interessant. Durch die Sprachbarriere wussten wir nicht bei allem was wir gegessen haben (das Menü konnte Google Lens nicht gut übersetzen). Dennoch war es ein Erlebnis, diese Küche zu probieren. Wir haben am Tisch auf einem Steingrill selbst Wagyu-Fleisch gegrillt; vorgegarten Reis in einem kleinen Topf gar gekocht; haben eine Krabbe aus einer Salzkruste mit dem Hammer gekloppt.

Last but not least: Onsen. Vom Hotel wurden Yukatas bereitgestellt, die wir uns gerne übergezogen haben, sobald wir uns auf dem Weg zum Onsen machten. Zum Onsen gibt es gar nicht so viel zu sagen, außer dass er so war, wie er sein sollte: Heiß, ruhig, entspannend.
Und so zogen diese zwei Tage gemächlich an uns vorbei.
Als Nächstes gibt es wieder Kontrastprogramm: Großstadtfeeling in Osaka.
~
Karte mit den benannten Orten. Tokio und Osaka als Referenzorte (eckige Klammern)
Japan 2023 – Einleitung | Japan 2023 #1: Ankunft, Kyoto und Uji | Japan 2023 auf Film: Kyoto und Uji | Japan 2023 #2: Nikko | Japan 2023 auf Film: Nikko | Japan 2023 #3: Ein letztes Bisschen Nikko und Shizuoka | Japan 2023 #4: Okayama, Kurashiki und Himeji | Japan 2023 #5: Ryokan erleben in Ako | Japan 2023 auf Film: Okayama, Himeji und Ako | Japan 2023 #6: Osaka | Japan 2023 #7: Kanazawa | Japan 2023 auf Film: Osaka und Kanazawa | Japan 2023 – Abschluss
-----
Schenk mir ein Emoji














Das sieht trotz des mäh-Wetters alles echt klasse aus. Ich bedaure sehr, dass ich damals auf einen Besuch eines Ryokan mit Onsen verzichtet habe. Es hat irgendwie nicht mehr in den Zeitrahmen gepasst und mein Partner war eh nicht so sehr erpicht drauf. Ich dachte als Kompromiss ein normales Hotel mit Onsen zu buchen wäre eine gute Idee. Leider war der Onsen-Bereich dann geschlossen. Grrr.
Aaah wie ärgerlich, dass der Onsen-Bereich bei euch im Hotel dann geschlossen war >:(
So schlecht finde ich deine Idee eigentlich nicht, eigentlich sogar ein ganz guter Kompromiss. Dass der Onsen dann zu ist, ist leider blödes Pech. Auf meiner ersten Reise hätte ich ein Ryokan mit Onsen wahrscheinlich auch für too much gehalten, da ich da noch gar keinen Zugang zu Onsen/Sauna hatte.
Oh, das Ryokan sieht ja urgemütlich aus. Die restlichen Fotos wecken auch bei mir Fernweh. Japan wandert immer höher auf meiner Reiseliste.
Das war es auch. Das Zimmer war für japanische Verhältnisse sogar recht groß. Was die Position Japans auf deiner Reiseliste angeht, bin ich grad so: 🤭 (ich muss mich korrigieren bzgl meinem Kommentar an Aurelie: dein Kommentar legt doch nochmal einen drauf und ich freu mich sehr sowas zu lesen!)
So schön, die Bilder wecken echt Fernreiselust.
Danke dir! Wohl das beste Kompliment, das ich bekommen kann 🙂
Moin Mai Quynh,
schön, dass es mit deinem Japan-Reisebericht weitergeht. Ich schaue und lese da immer gern vorbei.
Diese zwei Tage sehen für mich beide schön aus. Auch der Regentag hat was, finde ich. Regenwetter ist zum Fotografieren ja sowieso nicht verkehrt, sondern kann ganz interessante Motive ergeben.
Liebe Grüße aus Kiel,
Sabine
Hallo Sabine!
Der Regen war mehr als aushaltbar und mit der richtigen Kleidung war das echt okay (wer kennt den Spruch nicht – aber da ist was wahres dran an „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung“). Und auch wenn das Ryokan gemütlich war, so ein bisschen draußen unterwegs sein, tut gut. Regenwetter zum Fotografieren wird definitiv unterschätzt!
Grüße zurück!
Das sieht so toll aus, egal ob Regentag oder nicht… hach, Fernweh!
Wir sind ja nicht aus Zucker, nicht wahr? Auch wenn es nass war, war es trotzdem und tatsächlich ganz gut draußen gewesen zu sein 🙂