Japan 2023 #7: Kanazawa

Während es für mich tatsächlich nur der letzte volle Tag in Osaka war, war es für meinen Reisepartner der letzte Tag in Japan. Während er wieder zum Flughafen fuhr, nahm ich den Zug und fuhr zu meiner letzten Station dieser Japanreise. Es ging nordwärts, an die andere Küstenseite – nach Kanazawa. Themen dort: Japanischer Garten (Nummer 2 von 3 der berühmten Gärten), die historischen Geisha-Stadtviertel, und eine wunderschöne Bibliothek, von der ich Fotos im Internet gesehen hatte.

Tag 1: Kenroku-en – der Garten in Kanazawa

Ich kam noch vor Mittagessenzeit an und hatte damit noch viel vom Tag übrig. Meine Unterkunft lag im Higashi Chaya, einem der Geisha-Stadtviertel. Für den ersten Tag hatte ich mir dieses Mal den Garten ausgesucht. Als ich rausging, um mich auf den Weg zum Garten in Kanazawa zu machen, hat es heftig geschüttet. Ich habe es trotzdem gewagt und bin mit Schirm losgegangen. Raus und durch das Higashi Chaya-Viertel. Tatsächlich hatte ich Glück und es hörte auf zu regnen und blieb dann auch den Rest des Tages trocken. Es wurde sogar sonnig und war „perfekt für den Garten“ (so steht es in meinem Reisetagebuch *lach*).

Weg durch das Geisha-Viertel Higashi Chaya
Weg durch das Geisha-Viertel Higashi Chaya

Nach einer Schüssel warmer Udon-Suppe zu Mittag war es nicht mehr weit bis zu meinem Ziel: dem Kenroku-en. Und ja, dieser Garten hat mich wieder besänftigt. Denn da war es wieder, dieser Rundumblick-und-es-ist-immer-schön. Wie auch der Garten in Okayama ist dieser weitläufig und es gibt diverse Elemente. Besonders hervorzuheben sind die Seilkonstruktionen an den Ästen der Bäume. Diese sind dort angebracht, damit die Äste im Winter unter der Last des Schnees nicht zu Schaden kommen.

Kenroku-en
Wasserlauf im Kenroku-en
Seilkonstruktion an den Ästen
Seilkonstruktion an den Ästen

Natürlich war nebendran auch eine Burg, die ich natürlicherweise nicht besuchte. Aber ein Foto habe ich trotzdem gemacht. Sonst spazierte ich noch ein wenig in der Stadt herum und suchte mir irgendwo was zu futtern (schon wieder Abend geworden).

Burg Kanazawa

Wofür Kanazawa im Übrigen auch bekannt ist: Blattgold und die dazugehörige Handwerkskunst dazu. Die verrückteste Anwendung von Gold ist wohl die Anwendung in Essen, wie etwa als Überzug auf Eis (nicht probiert).

Blattgold zum Vernaschen

Tag 2: Die Bibliothek der Präfektur Ishikawa und Sento-Besuch

Mein eigentliches Highlight in Kanazawa war aber die Bibliothek der Präfektur Ishikawa. Ich hatte während der Reisevorbereitung zuerst die Bibliothek entdeckt und so ist Kanazawa überhaupt erst auf meinem Radar erschienen. Nach und nach kamen die anderen Sehenswürdigkeiten Kanazawas auf meine Liste und so entschied ich mich für Kanazawa für meine Solotage.

Halbwegs früh ging es für mich los und ich nahm einen Stadtbus. Da die Bibliothek etwas außerhalb der Stadt liegt, fuhr ich eine kleine Weile.

Und einmal betreten kann ich bestätigen: Sie ist wirklich so beeindruckend wie auf den Fotos im Internet. Die Innenarchitektur, die Dekoration. Es ist unglaublich gewesen zu sehen, wie ein Bücherort auch aussehen kann. Modern, ansprechend, einladend. Schön.

Das Zentrum der Bibliothek
Anfängerlektüre (nur auf dem Regal, nicht im Regal)
Kinderbereich der Bibliothek
Serpentinenweg in der Bibliothek

Ich durchhlief einmal komplett die Bibliothek, fotografierte viele (alle?) Sitzmöglichkeiten (probierte natürlich auch einige), zog Bücher raus, die ich lesen konnte (englischsprachige Bücher) und war weiterhin fasziniert.

Gemütliche Sitzoption
Könnte auch ein Design-Hotel sein

Zurück in der Unterkunft lernte ich eine Französin kennen, mit der ich mich gut verstand. Gemeinsam gingen wir am Abend in ein traditionelles japanisches Badehaus, einem Sento. Die Französin machte das in jeder Stadt, in der sie war, und nahm mich an diesem Abend mit. So ein öffentliches Badehaus ist was anderes als ein Hotel-eigenes Onsen. Ohne sie hätte ich mich nicht in ein Badehaus gewagt. Daher war es schon cool, diese Erfahrung zu machen.

Tag 3: Letzter Tag in Kanazawa und Rückfahrt nach Osaka

Da hatte ich eine Unterkunft in diesem schönen Viertel gehabt, aber gar nicht richtig genutzt. Am letzten Tag nutzte ich den Morgen und tappte zu einem nahe gelegenen Schrein hoch, den ich auf der Karte sah. Es war kein bedeutender Schrein in dem Sinne und wirkte auch recht verlassen. Aber zumindest habe ich ein wenig mehr von der Gegend gesehen. Am Vormittag begann ich in Kanazawa die Mitbringselkaufrunde bevor es dann auch für mich wieder zurück nach Osaka (und dann dem Flughafen) ging. Am späten Nachmittag verabschiedete ich mich also von Kanazawa.

Ich kam erst am Abend in Osaka an. Viel Zeit war also nicht mehr, da ich am nächsten Morgen schon früh zum Flughafen fahren musste. Ich hatte für mein letztes Abendessen Lust auf Tsukumen, einer Ramen-Variante bei der man die Nudeln in die Flüssigkeit tunkt. Bis dato hatte ich das Gericht nur einmal in Deutschland gegessen hatte. Und mein Wunsch wurde erfüllt *freude*.

Danach blieb nur noch eines zu tun: Mitbringsel aus dem Supermarkt holen. Das heißt, interessant aussehende Snacks und Süßigkeiten einpacken. Ich wollte das eigentlich nicht auf den letztmöglichen Zeitpunkt schieben, aber so war’s halt und es hat auch geklappt.

Ein Korb voller Mitbringsel und Kleinkram

Im Zimmer musste noch alles ordentlich verstaut werden und dann ging es schon ins Bett. Am nächsten Morgen regnete es als ich mich auf den Weg zum Flughafen machte – wie passend, ich weinte innerlich ein bisschen um das Ende dieser Reise. Aber hey, immerhin wieder den Hello Kitty Zug nehmen können.

Hello Kitty tröstet mich auf dem Weg zum Flughafen

Und damit geht die dreiwöchige Reise durch Japan zu Ende. Ein letzter Fotopost und ein Abschlusspost kommen noch!

~

Fazit aus dem Off zu Kanazawa

Es gibt noch einiges auf der Kanazawa-Liste, die offen sind. Ich war zwei Nächte und ca. zwei volle Tage dort. Im Nachhinein hätten es noch ein bis zwei Tage länger sein dürfen. Würde mich also jemand fragen sie nach Kanazawa zu begleiten – ich würde ja sagen. Freunde von Freunden waren sogar auf ihrer ersten Japanreise in Kanazawa und ich finde das eigentlich eine ziemlich gute Idee.

~

Karte mit den benannten Orten. Tokio und Osaka als Referenzorte (eckige Klammern)


Japan 2023 – Einleitung | Japan 2023 #1: Ankunft, Kyoto und Uji | Japan 2023 auf Film: Kyoto und Uji | Japan 2023 #2: Nikko | Japan 2023 auf Film: Nikko | Japan 2023 #3: Ein letztes Bisschen Nikko und Shizuoka | Japan 2023 #4: Okayama, Kurashiki und Himeji | Japan 2023 #5: Ryokan erleben in Ako | Japan 2023 auf Film: Okayama, Himeji und Ako | Japan 2023 #6: Osaka | Japan 2023 #7: Kanazawa | Japan 2023 auf Film: Osaka und Kanazawa | Japan 2023 – Abschluss

Japan 2023 #6: Osaka

Osaka kennen wir schon von unserer ersten Japanreise und so haben wir uns eher treiben lassen und das Großstadt-Feeling genossen. Sightseeing war nicht im Fokus.

Tag 1: In Umeda verloren gehen

Was macht man so, wenn man in einer großen japanischen Stadt ankommt? Richtig, erst mal auf einer der großen überdachten Arkadenstraße flanieren und irgendwas zu essen finden. Und so ging es auf die Tenjinbashi-suji. Nach dem Essen liefen wir noch in der Stadt herum, fanden uns in einem Café wieder; und schauten dem Stadttreiben zu, unter anderem im Nakanoshima Park, wo ein Rosengarten war.

Nakanoshima Park mit Rosengarten (den man hier nicht sieht)

Danach trennten sich unsere Wege: Der Eine ging ins Hotel, um sich auszuruhen. Die Andere (ich) machte sich auf den Weg nach Umeda, einem Knotenpunkt im Norden Osakas. Dort ging ich verloren (nicht wirklich gewollt). Wie kann man da auch nicht verloren gehen? Stehen da immerhin drei riesige hochstöckige Einkaufszentren nebeneinander (ungelogen). Sollte ich jemals eine längere Zeit in Osaka leben, wäre es mein ultimatives Ziel mich in Umeda zurecht zu finden 😀

Futuristisch-angehauchte Architektur in Umeda

In Umeda will ich zu einem Fotoladen und brauche 30 Minuten bis ich diesen finde (erinnert sich jemand an die Problematik mit Google Maps und dass die App verschiedene Stockwerke nicht adequat darstellen kann? Entsprechend irrte ich am vermeintlich richtigen Standort herum.). Dort angekommen, decke ich mich mit ein paar Fotofilmen ein.

Der Reisepartner kommt dann auch nach Umeda, da es dort eine riesige Essensauswahl gibt. Auf dem Rückweg zum Hotel sehen wir, dass die Straßen schon langsam in vorweihnachtlicher Stimmung sind: die Bäume sind mit Lichterketten behangen (es war das erste Novemberdrittel).

Übersicht der Essensmöglichkeiten in Umeda
Vorweihnachtliche Stimmung auf der Straße

Tag 2: Bücherei statt Burg und Abendspaziergang

Während der Reisepartner die x-te Burg sehen will (Burg Osaka), war ich durch mit Burgen. Stattdessen laufe ich bei Regenwetter in eine Stadtbücherei, die laut Google Maps nicht zu weit weg war.

Und die Bücherei war für mich auf jeden Fall die bessere Wahl als die Burg: Es gab einen Bereich, wo man neben offenen (!) Büchern essen und trinken durfte (es gab sogar ein Bücherei-Café). Ich habe die Zeit genutzt, um mein Reisetagebuch aufzufüllen, ein japanisches Buch aufzuschlagen und darin zu blättern und die Büchereiatmosphäre aufzunehmen.

Beschäftigte Menschen in einer Stadtbücherei nahe der Burg Osaka
Reisetagebuch füllen in einer Stadtbücherei nahe der Burg Osaka

Am Abend machten wir sehr spontan noch einen langen Stadtspaziergang mit einigen markanten und vollen Orten der Stadt. Wir starteten am Dotonbori, „der Times Square von Osaka“ 1 und liefen einer weiteren der großen Einkaufsstraße, Shinsaibashi-suji, entlang. Vorbei an der Ebisu Bashi Suji, Namba, Den Den Town (ein bisschen Namedropping) und endeten in Shinsekai. Letzteres ist ein Stadtviertel in Osaka, das bekannt ist für die leuchtenden Reklamschildern und dem Retro-Ambiente und das wir zum ersten Mal besuchten.

Dort kehrten wir in einem Restaurant ein, wo wir auf dem Tischgrill unsere Zutaten mit einer Teigmasse anbraten konnten. Ähnlich wie beim Okonomiyaki, einer der Signature Dishes aus Osaka, muss man hier auch die ganze Zeit hacken und wenden. Leider finde ich den Namen des Gerichts nicht mehr.

Das leuchtende Dotonbori
Eingang zum Viertel Shinsekai
Leuchtende Schilder in Shinsekai
Abendessen in Shinsekai

Tag 3: Letzter Tag in Osaka

Der letzte Tag wurde gefüllt mit einem entspannten Frühstück in der Nähe des Hotels, Mitbringsel kaufen, essen und trinken (wie immer eigentlich), Postkarten schreiben (fast schweres Unterfangen), Stempeln sammeln und die Osaka-Loop Line (Metro) für ein paar Stationen fahren. Einfach so. Und dann neigte sich auch dieser Tag dem Ende.

Am nächsten Tag würden wir beide abreisen, aber nicht in die gleiche Richtung.

~

Karte mit den benannten Orten. Tokio und Osaka als Referenzorte (eckige Klammern)


Quellen (alle Stand Mitte Juni 2025)

1 Dotonbori (Japan Travel)

~

Japan 2023 – Einleitung | Japan 2023 #1: Ankunft, Kyoto und Uji | Japan 2023 auf Film: Kyoto und Uji | Japan 2023 #2: Nikko | Japan 2023 auf Film: Nikko | Japan 2023 #3: Ein letztes Bisschen Nikko und Shizuoka | Japan 2023 #4: Okayama, Kurashiki und Himeji | Japan 2023 #5: Ryokan erleben in Ako | Japan 2023 auf Film: Okayama, Himeji und Ako | Japan 2023 #6: Osaka | Japan 2023 #7: Kanazawa | Japan 2023 auf Film: Osaka und Kanazawa | Japan 2023 – Abschluss

Japan 2023 auf Film: Okayama, Himeji und Ako

In Kurashiki und Shizuoka habe ich keine (brauchbaren) analogen Fotos gemacht. Daher gibt es in diesem Post Fotos aus Okayama, Himeji und Ako.

Das vierte Foto zeigt, wie ich beim Erstellen des Posts gelernt habe, einen Shachihoko – ein beschützender Schutzdämon im japanischen Volkstum. Obwohl ich den überall gesehen habe, habe ich mich nie gefragt, welche Symbolik er hat. Nun weiß ich es. Mehr Infos findest du in Elisas Text shachihoko – die Schutzfische auf Japans Burgen.

Überhaupt ist diese Fotoreihe recht tierisch geworden 😀

Alle Bilder können durch Anklicken vergrößert werden und haben in der Ansicht auch Bildunterschriften.


Japan 2023 – Einleitung | Japan 2023 #1: Ankunft, Kyoto und Uji | Japan 2023 auf Film: Kyoto und Uji | Japan 2023 #2: Nikko | Japan 2023 auf Film: Nikko | Japan 2023 #3: Ein letztes Bisschen Nikko und Shizuoka | Japan 2023 #4: Okayama, Kurashiki und Himeji | Japan 2023 #5: Ryokan erleben in Ako | Japan 2023 auf Film: Okayama, Himeji und Ako | Japan 2023 #6: Osaka | Japan 2023 #7: Kanazawa | Japan 2023 auf Film: Osaka und Kanazawa | Japan 2023 – Abschluss

~

Minolta 9000 AF + Minolta AF 50 mm f/1.4 | Kodak Gold 200 | Filmentwicklung + Scan: ON FILM LAB