Cafés und cà phê, 2024

Zwischen Essensgängen saßen wir in Cafés und genossen das Leben bei vietnamesischem Kaffee. Während es bei der Familie starken, grünen Tee gibt, findet man auf den Straßen viele Cafés. Ich bin bei dieser Reise auf den Geschmack von bạc xỉu gekommen – und um mich zu zitieren: „Ein Kaffee aus drei Zutaten: gesüßte Kondensmilch, Milch (aufgeschäumt oder auch nicht) und Kaffee (natürlich)„. Eigentlich habe ich bei jedem Cafébesuch so einen Kaffee bestellt, eisgekühlt – auch noch Ende Oktober/Anfang November.

Neben dieser Kaffeespezialität, die ursprünglich aus Sài Gòn (Hô-Chi-Minh-Stadt) kommt, gibt es den weniger aufgeregten, dennoch nicht minder leckeren schwarzen Kaffee or Kaffee mit (Kondens)Milch. Dagegen versprechen der salted coffee or egg coffee mehr Abenteuer und erfordern ein bisschen Mut beim Bestellen.

Kaffee trinken ist auf jeden Fall ein Ding in Việt Nam. Cafés gibt es wie Sand am Meer und in den verschiedensten Ausführungen: sie reichen von fancy schmancy Interior, Darreichung in minimalistischen Gläsern und Lo-Fi Musik im Hintergrund zu funktional am Straßenrand mit ein paar halbhohen bunten Plastikstühlen, dem Getränk aus dem Plastikbecher und Straßenverkehr als Hintergrundmusik. An Kaffee kommt man also immer. Ich träume immer noch von einem Caféhopping, obwohl ich so viel Kaffee gar nicht trinken kann. Eigentlich trinke ich gar keinen Kaffee im Alltag, ich bin Teetrinkerin. Aber für die vietnamesische Kaffee- und Cafékultur habe ich gern eine Ausnahme gemacht.

Da ist es, das wunderschöne Getränk (Foto 2+3): bạc xỉu.


Ich erzähle lose von meiner Việt Nam Reise im Jahre 2024. Mehr Beiträge von dieser Reise findest du hier: Vietnam 2024

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Kamera + Objektiv: Minolta Dynax 7000i + Minolta AF 50 mm f/1.7
Film: CatLABS X FILM 320 (SW), Kodak Portra 400 (Farbe)
Development + scan: fotobrell

Essen in Vietnam, 2024

Für ein familiäres Großereignis versammelte sich 2024 die gesamte Großfamilie mütterlicherseits. Das heißt alle fanden sich zusammen: die Kernfamilie meiner Mama (wir) und die Kernfamilien ihrer Geschwister. Einige leben mittlerweile im Ausland und so sind diese Leute dafür eingeflogen (wir).

Wie auf anderen Reise hatte ich meine Filmkamera mitgenommen und mich schon vorher sehr darauf gefreut zu fotografieren. Da ich nicht das erste Mal in Việt Nam war und gewissermaßen bestimmte Bilder und Motive bereits kannte, war ich gespannt, was ich sehen und fotografisch festhalten würde.

Den Auftakt dieser Fotoreihe macht das Thema:

Essen

Wenn ich meine Eltern anrufe, dann ist ihre erste Frage nicht: „Wie geht es dir?“. Stattdessen fragen sie : „Hast du schon gegessen?“. Wortwörtlich fragen sie sogar: „Hast du schon Reis gegessen?„. So essentiell ist Reis im Alltag der Vietnames:innen.

Essen genießt unter vietnamesischen Menschen einen extrem hohen Stellenwert und bei jeder Reise nach Việt Nam ist die Vorfreude auf das Essen dort eine der größten Vorfreuden. Die vietnamesische Küche ist so vielfältig and so gut. Es gibt Gerichte, die kennen ich seit ich klein bin und die es in ihrer Bestform nur vor Ort gibt. Aber die vietnamesische Küche ruht sich nicht auf den Gerichten aus, die sie schon haben und es gibt immer wieder etwas Neues zu entdecken in Việt Nam.

Man könnte meinen, dass ich gar nicht so viel gegessen habe, da ich nur zwei Fotos gemacht habe. Aber glaube mir, ich habe so einiges gegessen. Bloß habe ich keine Beweisfotos. Da war der Griff zu den Stäbchen doch schneller als der Griff zur Kamera. Außerdem wirkt das Essen in schwarzweiß nicht ganz so doll (gerade bei dem Kräuterbund wären Farben schick gewesen). Vielleicht auch ein Grund gewesen, lieber zu genießen als zu fotografieren? Aber was will ich machen, wenn ich eben noch den Schwarzweißfilm drin hatte.

Das erste Foto zeigt eines meiner Lieblingsgerichte: Bún chả (OOOOOH, der wunderbare Geruch von über Kohle gegrilltem Schweinebauch und Frikadellen; dann kurz eingelegt in diese aromatische Brühe – mhmmm). Das dritte Foto zeigt Bún Đậu Mắm Tôm. Das Gericht besteht aus knusprigem Tofu, Frühlingsrollen, dünn geschnittenem gekochtem Schweinfleisch, Kräutern, dünnen Reisnudeln und am wichtigsten – die fermentierte Garnelenpaste, mắm tôm. Letzteres ist anfangs seeeehr gewöhnungsbedürftig. Aber der Geschmack dahinter: so umami und so lecker. Wenn man diesen ersten geruchsintensiven Moment hinter sich gelassen hat, dann ist man in eine neue Welt eingetreten.

Während ich meine Beschreibungen zu den Gerichten verifizierte, bin ich bei diesem Kochblog gelandet: Savour the Pho. Ich könnte mich mal ausprobieren. Dort gibt es Rezepte zu beiden genannten Gerichte: Bún chả & Bún Đậu Mắm Tôm.


Kamera + Objektiv: Minolta Dynax 7000i + Minolta AF 50 mm f/1.7
Film: CatLABS X FILM 320
Development + scan: fotobrell


Eine Woche Camp Snap

Den entscheidenden Anschubser zur Anmeldung zum Projekt Camp Snap-Tour 2025 by Holger hat mir Aurelia gegeben. Nachdem ich ihren Bericht und Fotos gelesen und gesehen habe, habe ich nicht lange gefackelt. E-Mail an Holger zur Anmeldung und Anfang September, nach rund 3,5 Monaten, war es dann so weit und die Kamera auf dem Weg zu mir.

„Camp Snap-Tour“?

Die Camp Snap wird als „bildschirmfreie Vintage Digitalkamera“ im Internet beworben. Holger hat sich eine besorgt und eine Kamera-Tour gestartet. Dafür schickte er seine Kamera zur ersten teilnehmenden Person und dann ging es von Teilnehmer:in zu Teilnehmer:in. Jede:r hat eine Woche Zeit Fotos mit ihr zu machen und am Ende der Zeit wird die Kamera zur nächsten Person weitergeschickt. Zwei ausgewählte Fotos werden zu Holger geschickt, die wiederum auf einer Seite gesammelt veröffentlicht werden: Link zur Galerie.

Holger hat die Kamera auf schwarzweiß gestellt und das fand ich insofern interessant, da ich zwar analog, aber noch nie digital schwarzweiß fotografiert habe.

Camp Snap im Fotoprojekt 365

Ich habe die Camp Snap in mein Fotoprojekt 365 eingebunden und sie eine Woche lang als Hauptkamera genutzt. Die ersten Tage dümpelte ich fotografisch vor mich hin, d. h. ich habe mir mäßig Mühe gegeben, die Kamera wirklich zu nutzen und auszuprobieren. Dass ich die Fotos nicht angeschaut habe, hat meiner Motivation nicht geholfen.

Der Witz an der bildschirmfreien Kamera ist nämlich, dass man die Fotos nicht direkt sehen kann nachdem man eines gemacht hat (man muss die Kamera zuhause an den Computer anschließen). Das hat schon was analoges. Da es an der Kamera gar keine Einstellmöglichkeiten gibt (außer Blitz an/aus), ist sie im Grunde eine Point and Shoot-Kamera. Draufhalten, abdrücken, fertig ist das Foto. Und mir ist in letzter Zeit aufgefallen, dass diese Art der Kamera nicht meins ist. Ich habe so wenig Gefühl und Kontrolle über das Bild und das hemmt meine fotografische Motivation.

Nachdem ich die Fotos am vorvorletzten Tag doch mal durchgesehen hatte und wusste, was Gutes bei der Kamera rumkommen kann, konnte ich mich für die zwei letzten Tage besser auf die Kamera einlassen. Und dann machte es richtig Spaß! War also eine gute Idee, die Fotos zu sichten, bevor die Woche Camp Snap vorbei war (hätte auch noch früher sein können, aber egal :D)

Als ich am letzten Abend alle Fotos vor mir hatte, war ich glücklich und stolz, dass ich einige Bilder gemacht habe, die mir gut gefallen. Stolz, was die Kamera und ich zustande gebracht hatten. Einige Fotos sind eher random, andere finde ich wirklich gelungen.

Im heutigen Post zeige ich Fotos, die es nicht zum Tagesfoto geschafft haben. Das muss nicht heißen, dass die Tagesfotos die „besseren“ Fotos sind. Es gab Tage, da habe ich nur grottige Fotos gemacht und Tage, an denen ich viele gute Fotos hatte und ich wieder die Qual der Wahl hatte.
Die Tagesfotos gibt es dann, wenn’s chronologisch gesehen so weit ist. Aktuell warte ich noch auf Filmfotos, die vor der Camp Snap gemacht wurden.

Fotos durch Anklicken vergrößern

Die Zwei

Voilà – meine zwei Auserwählten, die ich Holger geschickt habe (sind auch here in Holgers Galerie zu sehen):

Ich nehme mit …

Die Kamera immer dabei zu haben, wohin ich auch gehe, zahlt sich aus. Denn dann kann ich spontane Momente festhalten. Mir tut die Gewohnheit gut, die Kamera stets dabei zu haben.

Schade fand ich tatsächlich, dass die Lichter-Fotos am letzten Abend weitestgehend ausgebrannt waren um die Lichtquelle herum. Aber das würde ich mal abends mit einer anderen Kamera und Stativ nochmal ausprobieren. Dafür sind Herbst und Winter da ^^

Insgesamt war das eine coole Erfahrung und hat durchaus Spaß gemacht, als ich mich losgelöst habe von dem was ich sonst so kenne und mich auf die Kamera und ihre Limitation eingelassen habe.

Mitmachen? – Leider nimma mehr

Wie ich gerade gelesen habe, ist die Tour abgeschlossen und auf Nachfrage bei Holger ist auch keine neue Runde geplant. Ich hätte diese Aktion sehr gerne beworben, aber da bin ich nun zu spät. An dieser Stelle nochmal der Link zur Galerie mit allen Fotos der Teilnehmer:innen und ein Danke für die reibungslose Orga an Holger.


Camp Snap (Voreinstellung schwarzweiß) von Holger