Die erste Bekanntschaft auf dem neuen Arbeitsweg | Zwischen Pixel und Korn

Dich habe ich bereits am ersten Tag bemerkt. Den Weg, wo ich dir begegnete, ging ich nicht zum ersten Mal und bestimmt warst du all die anderen Male auch schon da. Bloß bin ich einfach an dir vorbeigelaufen ohne Notiz von dir zu nehmen.

Es gibt diese Wege, die man immer wieder geht, weil sie zum Alltag gehören. In jungen Jahren war es der Schulweg. Jetzt, im Erwerbstätigenstadium wird er Arbeitsweg genannt. Ich habe schon einige dieser Wege kennengelernt und sie haben ihren ganz eigenen Charakter. Am ersten Tag sind sie noch besonders und aufregend, weil der Weg den Start eines neuen Abschnitts markiert. Mit der Zeit wird der Weg vertrauter, die Stationen, die Abbiegungen und der Weg werden Routine. Routine heißt auch: Der Weg ist weniger bis gar nicht mehr interessant.

Mein neuer Arbeitsweg ist anders als alle, die ich bisher hatte. Es ist nämlich so: Eigentlich ist er ein altbekannter Weg, bloß werde ich ihn von nun an neu erkunden. Ich habe also die Reihenfolge neu geordnet. Nachdem ich mich bewusst für diesen Arbeitsweg entschieden habe, will ich ihn auch bisschen besser kennenlernen. Du weißt schon, mir die Zeit zu nehmen, um den Weg ganz achtsam zu begehen. Und auf diesem Arbeitsweg, da bist eben auch du.

Du bist mir aufgefallen, ein kleiner, buschiger Busch. Ich weiß nicht genau, warum du mir aufgefallen bist. Vielleicht wegen deiner Größe? Du standest alleine da, nur mit dir selbst und deinem ganzen buschigen Volumen. Da nahm ich mir vor, dass ich dich als erstes näher kennenlernen will. Wie heißt du, was magst du?

Am zweiten Tag habe ich also ein Foto von dir gemacht. Denn mit einem Bild von dir wird es mir leichter mehr über dich herauszufinden. Wahrscheinlich hast du noch nie davon gehört: das Internet. Es ist unglaublich, was ich damit alles herausfinden kann. Ich hoffe, dass ich auch ein bisschen etwas über dich herausfinden werde und dafür sind Fotos manchmal ganz hilfreich.

Als ich dich fotografierte, waren die Spuren des neuen Tages noch ganz deutlich. Oben, auf deinem Schopf lagen klare, runde Wassertropfen. Der Morgentau lässt grüßen. Wie fühlt sich Morgentau an, auf deinen Blättern? Ist er erfrischend oder eher kühlend?

Kleine, grüne Nadeln trägst du. Ich frage mich, ob deine Nadeln nur piksend aussehen, aber es nicht sind – oder ob sie genau so sind wie sie aussehen. Ich weiß es nicht, ich habe noch Distanz gewahrt. Das nächste Mal, wenn ich dir wieder begegne, werde ich es herausfinden. Ob du pikst oder nicht.

Und weißt du was ich auch schon gelernt habe, irgendwie auch durch dich, weil ich diesen Text schreibe? Dass ich das Wort piksen mit einem einfachen i und nicht mit einem ie schreibe.

Spazieren über Straßenecken | Sunny 16 #1, Fotoergebnisse (7/7)

Von einer der Spaziergänge, der über viele Straßenecken im Viertel führten, kommen die heutigen Fotos. Das Bild mit der Trauerweide war das Foto, das mir am meisten in Erinnerung blieb, nachdem ich es geschossen hatte. Das Licht, das durch den Vorhang aus den Ästen der Trauerweide schien, war zum Zeitpunkt perfekt. Ich habe genau ein Bild geschossen. Und mich danach noch oft gefragt, ob ich es in mehreren Einstellungen hätte fotografieren sollen, um sicherzugehen, dass ein Bild genau das Gefühl des Moments einfangen könnte. Die Lichtsituation ergab sich nicht wieder, und ich musste akzeptieren, dass es nur dieses eine Bild gibt. Es kommt meinem Gefühl des Moments nicht ganz nach, aber ziemlich nah.
Was den rosalila Himmel angeht, war ich sehr überrascht – im positiven Sinne.

Hard facts! Kamera: Minolta Dynax 7000i , Minolta AF 50 mm f/1.4 | Film: Kodak ISO 200 (Farbfilm, genauere Spezifikationen nicht notiert) | Filmentwicklung & Scan: Drogeriemarkt Rossmann

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Das war’s also – meine erste Runde mit der Sunny 16-Regel. Durch die Vorbereitung der Blogposts habe ich die Fotos nochmal anders betrachtet und bin doch ziemlich stolz auf die Fotos, die dabei entstanden sind. Daher freue ich mich schon sehr auf die nächste Runde. Du dich auch?

Walking along the corners of the streets

These photos were taken on one of the walks which I did along the corners of the streets in my quarter. The picture of the weeping willow was the photo I couldn’t forget after I took it. The light shining through the curtain made of branches of the tree, was stunning at that moment. I only did one shot. Afterwards, I asked myself a few times if I should have taken more photos with different settings. I was afraid that the one shot I did couldn’t grasp the feeling of the moment I had. But the situation was unique thus I had to accept that there would be only this one shot of that scene. The result doesn’t grasp the feeling of the moment completely but it’s quite close to it.
And I was very surprised in a positive way regarding the sky in rose and purple.

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That’s it – my first round using the Sunny 16 rule. By preparing all blog posts I had the chance to look at these photos from another perspective and I am a indeed proud of the photos. That’s why I am really looking forward to the next round. What about you?

Innenhof | Sunny 16 #1, Fotoergebnisse (3/7)

Die Bilder der Bäume und der Hausfassade wirken etwas verloren und ich bin enttäuscht, wie sie geworden sind. Ich weiß nicht ganz genau, welches Gefühl ich einfangen wollte – ich hab es nicht geschafft. Vielleicht war es eine gute Idee in meinem Kopf, die aber noch nicht gut umgesetzt wurde.
Offenes Fenster feat. Teetasse gefallen mir ganz gut.

Hard facts! Kamera: Minolta Dynax 7000i , Minolta AF 50 mm f/1.4 | Film: Kodak ISO 200 (Farbfilm, genauere Spezifikationen nicht notiert) | Filmentwicklung & Scan: Drogeriemarkt Rossmann

Courtyard

The pictures of the trees and the front of the house are somehow lost and I am disappointed how they turned out. I don’t know what kind of feeling I wanted to capture – I didn’t manage to do it. Maybe it was a good idea which I wasn’t able to realize yet.
The photos of the open window feat. cup of tea are fine to me though.