Erinnerungen (Projekt 52)

Es war bereits die dritte Februarwoche, als ich in das Projekt 52 von Sari einstieg. Es waren noch vier Themen, aber nur noch zwei Wochen(enden) im Februar offen – also habe ich das Wort rausgepickt, worauf ich Lust hatte. Und es wurde: Erinnerungen.

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Fast wäre ein Heimfestnetztelefon auch heute nur noch eine Erinnerung in meinem Kopf. Nach dem Elternhaus hatten wir in der WG noch aus Witz ein Festnetztelefon (mit Schnur!), aber das Handy hatte eigentlich dem Festnetztelefon schon den Rang abgelaufen. Ich sage fast, denn aus nicht wirklich klaren Gründen ist das Handynetz bei uns zuhause in den Innenräumen schlecht – aber Festnetztelefon geht! So steht bei uns daheim aktuell tatsächlich ein angeschlossenes Festnetztelefon. (Und so schlimm scheint es gar nicht (mehr) zu sein, ich habe schon einige Male übers Mobilfunknetz telefoniert.)

Und dieses Telefon weckt Erinnerungen. Erinnerungen an meine Tage als Kind und Teenie, in denen ich die Festnetznummer natürlicherweise auswendig konnte (kann ich bis heute!) und daran, wie ich das Abnehmen des klingelnden Telefons professionalisierte: „Vorname Nachname, hallo?“ Und die stundenlangen Telefonate mit Freundinnen und Freunden – davon gab es einige. Ein paar von diesen haben mein Leben sehr geprägt. Schönerweise sind es Erinnerungen, an die ich gerne zurück denke.


Dieses Foto ist Teil meines übergeordneten Fotoprojektes 365 und wurde erstmalig im Post Wochenliebling 07 gezeigt.

nur ein bild: Geschirr im Feierabend

Geschirr im Feierabend

2024

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In Vietnam geht man nicht zu Fuß. Es gibt zwar Fußgängerwege, aber diese laden nicht zum Flanieren ein. Stattdessen ist es ein Parkplatz für die zig Motorroller. Meistens weicht man ebendiesen aus, die in Reih‘ und Glied auf dem Fußgängerweg aufgestellt sind. Aber hin und wieder trifft man auf Erinnerungen an die erste Tageshälfte. Lokale, die bereits früh am Morgen ihre Kochtöpfe anschmeißen und dann durcharbeiten, um die Menschen zum Schlürfen und Genießen zu bringen, kommen mittags zur Ruhe. Ausverkauft, Schicht im Schacht. Das Geschirr wird abgeduscht, zum Trocknen aufgestellt und dann dürfen auch sie sich ausruhen. Feierabend.


Kamera + Objektiv: Minolta Dynax 7000i + Minolta AF 50 mm f/1.7
Film: CatLABS X FILM 320
Development + scan: fotobrell

just one picture & how it was created: The ivy coat of the house

The ivy coat of the house

2024

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Frankfurt. Starting from the grounds of the Japanese film festival, I was on the way to a restaurant. "Walk instead of taking the metro", I say to myself. I don't know my way around Frankfurt. On good days, all the more reason to walk. On bad days, absolutely the opposite and I would definitely take the metro. So it was a good day.

Not far from the grounds and I am captivated by the sight of this house. This house with its turret wears a beautiful coat of ivy. I position myself on a street corner, exactly where I end up taking this photo. I work on the exposure settings. Through the viewfinder, I see the top window of the turret, covered in ivy, opening. An older man, well-dressed, shows himself and looks out. He looks in my direction and waves. I turn round to the back to see who might be standing behind me and would wave back. To my astonishment, or perhaps shock, I don't see anyone there. He's waving at me. Hicks.

He looks friendly but I'm still embarrassed and feel like I've been caught out. I finally wave back and he stands there for a while. I wonder if he wants me to take a photo of him. He gets lost in this big house and the photo, and I don't really like taking photos of strangers anyways. I wait in a very obvious manner and don't take a photo.

He goes back from the window and closes it. Everything is as before. And I take my photo. With this memory between the grains of film.


Camera + lens: Minolta Dynax 7000i + Minolta AF 50 mm f/1.4
Film: Agfaphoto APX100
Development + scan: ON FILM LAB