Essen in Vietnam, 2024

Für ein familiäres Großereignis versammelte sich 2024 die gesamte Großfamilie mütterlicherseits. Das heißt alle fanden sich zusammen: die Kernfamilie meiner Mama (wir) und die Kernfamilien ihrer Geschwister. Einige leben mittlerweile im Ausland und so sind diese Leute dafür eingeflogen (wir).

Wie auf anderen Reise hatte ich meine Filmkamera mitgenommen und mich schon vorher sehr darauf gefreut zu fotografieren. Da ich nicht das erste Mal in Việt Nam war und gewissermaßen bestimmte Bilder und Motive bereits kannte, war ich gespannt, was ich sehen und fotografisch festhalten würde.

Den Auftakt dieser Fotoreihe macht das Thema:

Essen

Wenn ich meine Eltern anrufe, dann ist ihre erste Frage nicht: „Wie geht es dir?“. Stattdessen fragen sie : „Hast du schon gegessen?“. Wortwörtlich fragen sie sogar: „Hast du schon Reis gegessen?„. So essentiell ist Reis im Alltag der Vietnames:innen.

Essen genießt unter vietnamesischen Menschen einen extrem hohen Stellenwert und bei jeder Reise nach Việt Nam ist die Vorfreude auf das Essen dort eine der größten Vorfreuden. Die vietnamesische Küche ist so vielfältig und so gut. Es gibt Gerichte, die kennen ich seit ich klein bin und die es in ihrer Bestform nur vor Ort gibt. Aber die vietnamesische Küche ruht sich nicht auf den Gerichten aus, die sie schon haben und es gibt immer wieder etwas Neues zu entdecken in Việt Nam.

Man könnte meinen, dass ich gar nicht so viel gegessen habe, da ich nur zwei Fotos gemacht habe. Aber glaube mir, ich habe so einiges gegessen. Bloß habe ich keine Beweisfotos. Da war der Griff zu den Stäbchen doch schneller als der Griff zur Kamera. Außerdem wirkt das Essen in schwarzweiß nicht ganz so doll (gerade bei dem Kräuterbund wären Farben schick gewesen). Vielleicht auch ein Grund gewesen, lieber zu genießen als zu fotografieren? Aber was will ich machen, wenn ich eben noch den Schwarzweißfilm drin hatte.

Das erste Foto zeigt eines meiner Lieblingsgerichte: Bún chả (OOOOOH, der wunderbare Geruch von über Kohle gegrilltem Schweinebauch und Frikadellen; dann kurz eingelegt in diese aromatische Brühe – mhmmm). Das dritte Foto zeigt Bún Đậu Mắm Tôm. Das Gericht besteht aus knusprigem Tofu, Frühlingsrollen, dünn geschnittenem gekochtem Schweinfleisch, Kräutern, dünnen Reisnudeln und am wichtigsten – die fermentierte Garnelenpaste, mắm tôm. Letzteres ist anfangs seeeehr gewöhnungsbedürftig. Aber der Geschmack dahinter: so umami und so lecker. Wenn man diesen ersten geruchsintensiven Moment hinter sich gelassen hat, dann ist man in eine neue Welt eingetreten.

Während ich meine Beschreibungen zu den Gerichten verifizierte, bin ich bei diesem Kochblog gelandet: Savour the Pho. Ich könnte mich mal ausprobieren. Dort gibt es Rezepte zu beiden genannten Gerichte: Bún chả & Bún Đậu Mắm Tôm.


Kamera + Objektiv: Minolta Dynax 7000i + Minolta AF 50 mm f/1.7
Film: CatLABS X FILM 320
Filmentwicklung + Scan: fotobrell


Sieben Plätzchensorten waren’s

Letztes Jahr fragte ich wie viele Plätzchensorten es sein dürfen. Ich träumte von 10, musste aber realistischerweise auf 5 bis 6 runterschrauben und endete in der Realität bei 4. Was mich mehr beschäftigte, war die Tatsache, dass sie auf verschiedene Wochenenden verteilt gebacken wurden und somit nicht zur gleichen Zeit „da“ waren. Das ist für die Plätzchengrundversorgung völlig egal, irgendwelche Plätzchen waren immer da zum Naschen. Meine Wunschvorstellung war jedoch, dass ich eine Plätzchendose aufmache und alle Sorten auf einmal darin vorfinde und die Qual der Wahl habe. Daher war das Ziel für dieses Jahr ein Plätzchenbackmarathon – ein Wochenende an dem alle Sorten gebacken werden sollten und das wär’s für die Adventszeit 2025.

Im Oktober hatte ich mich erstmals damit beschäftigt und mit einem Freund darüber geredet. Seine Tipps:

  1. Plätzchensorten auswählen, die nicht viele Schritte haben. Aus der Perspektive sind Ausstechplätzchen keine „einfachen“ Plätzchen, da diese viele Schritte beinhalten: Teig immer wieder zusammenkratzen, kneten, ausrollen und ausstechen. Nach dem Backen wollen sie auch noch verziert werden. Jeweils davor und danach müssen sie abkühlen. Einfacher sind Plätzchen, die aus einer Teigrolle in Scheiben geschnitten und gebacken werden, fertig; oder Plätzchen, bei denen der Teig auf dem Blech verteilt und gebacken wird und anschließend geschnitten wird.
  2. Alle Teige vor den Backtagen vorbereiten. Danach heißt es nur noch backen, backen, backen.
  3. Zwei Backbleche nutzen. Ist praktisch für Tipp 4.
  4. Die Kälte draußen nutzen, um das Abkühlen zu beschleunigen, also Bleche auf den Balkon oder Terrasse stellen.

Ich hatte mir überlegt am Wochenende vor dem ersten Advent den Backmarathon zu machen, aber mir kam was dazwischen. Dann schien es, als ob ich kein ganzes Wochenende mehr zur Verfügung hätte, um zu backen. Immer war ein Tag oder das gesamte Wochenende verplant und zwei Tage allein fürs Backen würde ich nach den Erfahrungsberichten schon brauchen.

Am zweiten Adventswochenende kam eine Freundin zu Besuch und wir hatten hier und da ein paar Pläne gehabt. Vieles war aber noch offen und ich sah meine Chance. Als ich sie vom Bahnhof abholte, überfiel ich sie mit der Idee mit mir den Plätzchenbackmarathon zu machen und sie war glücklicherweise sehr offen dafür. So ging es an die Planung.

Der Plätzchenbackmarathon findet statt!

Zuerst ging es an die Entscheidung der Plätzchensorten. Am Ende standen auf dem Plan: Nussecken, Schokocrossies, Vanillekipferl, Mohn-Zitrone-Kipferl, Schwarzweiß-Gebäck und Husarenkrapfen. Also sehr viel Mürbteig, auch wenn es verschiedene Varianten sind.

Ich wollte auf jeden Fall Freitag Abend noch alle Teige vorbereiten (Tipp 2), damit wir am Samstag entspannt starten könnten. Ich wurde dafür belächelt, aber ich bestand darauf. Am Ende waren wir doch sehr froh, es hat mich irgendwas zwischen 1,5 und 2 Stunden gekostet.

Samstag wurden alle Plätzchen bis auf das Schwarzweißgebäck gebacken. Wir haben zu zweit den halben Tag (sechs bis acht Stunden) gebraucht. Am Sonntag wurde dann das Schwarzweißgebäck gebacken und die Ausstechplätzchen dekoriert. Stopp, Ausstechplätzchen? Dazu gleich mehr 🙊 Das hat ca. drei bis vier Stunden gedauert.

Die Plätzchen wurden sortenrein in Boxen verstaut. Einige in luftdichten Plastikdosen, einige in luftdurchlässigen Plätzchendosen. Meine Freundin hat ihre Boxen direkt gemischt, da sie diese am Sonntag mit nach Hause nahm. Das Resultat: gaaaanz viel Vorfreude auf die Plätzchen!

Also doch Ausstechplätzchen?!

Die waren nicht geplant, aus genannten Gründen. Trotzdem hat sich diese Plätzchensorte reingemogelt! Wie es dazu kam? Nun ja… ich wollte 500 g Mehl nutzen für den einfachen Mürbteig, aber während ich in tiefer Diskussion mit meiner Freundin steckte, kippte ich die ganze Packung aus und vergaß, dass eine übliche Mehlpackung 1000 g Inhalt hatte. Erst als der Teig bröselig blieb und nicht ansatzweise zu einem Teigklumpen wurde, hielt ich inne. Und dann sah ich sie: Die Zahl 1000 auf der leeren Mehltüte. Ich fügte also nochmal die gleiche Menge an Butter, Zucker und Ei hinzu. Und so hatte ich plötzlich die doppelte Menge an Mürbteig und wir entschieden uns Ausstechplätzchen zu machen. Denn tolle Plätzchen sind das ja schon!

Hinterher ist man immer klüger

  • Alleine hätte ich es nicht geschafft. Es hat sich so ergeben, dass wir uns die Sorten aufgeteilt haben. Das war nicht geplant und jede hat sich das genommen, worauf sie Lust hatte. Bloß beim Schwarzweißgebäck haben wir zusammen am Tisch gesessen und gewerkelt. Ich sollte das daher auch bei einem nächsten Mal mit jemand anderem machen.
  • Teige ggf. markieren. Ich glaube ich habe die falsche weiße Teigkugel mit Kakao für das Schwarweißgebäck eingefärbt. Sah nach gemahlenem Mandel aus … (Vanillekipferlteig, bist du’s?!)
  • Auf Diversität bei Plätzchen achten. Wir waren froh um die Nussecken und Schokocrossies, die nicht so mürbteiglastig waren. Aber schon der Unterschied in den Ausstechplätzchen und Husarenkrapfen, bei denen in der Mitte Konfitüre/Gelee/Marmelade eingefüllt wird, macht Freude.
  • Auf das Schwarzweißgebäck hatten wir uns richtig gefreut: Einfach mal diese zwei Farben zu verschiedenen Muster verbinden. Das war wie Basteln mit essbarer Knete. Hat entsprechend auch lang gedauert, aber die Zeit hatten wir am Sonntag. Sie gehören für mich in die Kategorie Ausstechplätzchen: Zeitlich aufwendiger, aber totally worth it.
  • Bei der ersten Fuhre den Ofen wirklich vorheizen und erst dann die Plätzchen reinschieben. Sonst wärmen sich die Plätzchen mit dem Ofen auf und zerfließen. Zumindest denke ich, dass das der Grund ist, weshalb die Vanillekipferl breiter geworden sind.

Mindestens genauso wichtig: Plätzchendosen

Und die Plätzchendosen, die ich im Post vom letzten Jahr am Ende noch als besonders wichtig hervorhob? Die haben wir auch erst am Freitag in der Stadt gekauft. Und wow, welchen Unterschied sie machen! Sie machen optisch was her und machen das Naschen so viel genüsslicher. Und was mich überrascht hat: Wie viel Freude es macht die Plätzchendosen zu füllen, um sie mitzunehmen, z. B. auf die Arbeit. Dafür finde ich meine kleineren Dosen praktisch: Genug für ein paar Leute einpacken, aber die Dose sieht trotzdem voll aus. Freudelevel +1.

Fündig geworden waren wir im Butlers, Søstrene Grene und REWE. Letztes Jahr hatte der Müller und Tchibo ganz hübsche Dosen, aber da habe ich mit dem Kaufen zu lange gezögert .

Rezepte findest du zuhauf im Internet. Für die eigene Dokumentation habe ich die Rezepte zumindest ein bisschen weiter unten aufgeschrieben. Optisch mögen sie an der ein oder anderen Stelle ihre kleinen Macken haben, tut dem Geschmack aber definitiv nichts. Meine Lieblinge bleiben die Varianten des Mürbteigs 😋

Ein Adventswochenende haben wir ja noch vor uns – vielleicht bist du jetzt ja auch inspiriert?

Auf jeden Fall wünsche ich dir eine restliche süße Adventszeit! 🌟


Sony alpha 99 + Minolta AF 50 mm f/1.7, Minolta AF 100 mm Macro f/2.8

Rezepte als Basis genutzt, durchaus mit kreativer Abwandlung:

Schokocrossies

Vanillekipferl. Fürs Wälzen verwende ich lieber eine Mischung aus Zucker und Vanillezucker (statt Puderzucker und Vanillezucker).

Mohn-Zitrone-Kipferl

Schwarzweiß-Gebäck, Husarenkrapfen und Ausstechplätzchen: Mürbteig mache ich im 3-2-1-Verhältnis (Mehl-Butter-Zucker), dazu 1 Ei/500 g Mehl. Schwarzweißgebäck: Einfärben nach diesem Rezept. Zur Füllung der Husarenkrapfen habe ich das genommen, was ich noch zuhause hatte (Quittengelee, Aprikosenkonfitüre). Zur Deko der Ausstechplätzchen habe ich gesiebten Puderzucker mit Zitronensaft verrührt.

Nussecken: Mürbteig auf dem Blech ausrollen (160 g Mehl, 3/4 TL Backpulver, 60 g Zucker, 65 g Butter, 1 Ei), eine Schicht Aprikosenmarmelade (2 EL) verteilen und Nussmasse (80 g Butter, 65 g Zucker, 200 g gemahlene Haselnüsse, 200 g gehackte Haselnüsse im Topf erwärmen und vermischen) darauf verteilen. Nach dem Backen abkühlen lassen, mit Schokokuvertüre dekorieren und in Ecken abschneiden.

Rheingau und Rheinhessen: Weinleben

Ich will den Alkoholkonsum nicht verharmlosen. Aber wenn ich über die Region sprechen will, in der ich nun lebe, so komme ich nicht um den Wein herum und was dazu gehört. Langsam aber sicher nehme ich das Wissen und Informationen rund um die Lebensart in dieser Region auf. Nachfolgend kommen persönliche Eindrücke und alles ohne Gewähr; und bitte um Verständnis und Korrektur, sofern notwendig.

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So langsam verstehe ich die Regionen (Plural!) hier und wie sie heißen. Ich lernte, dass Mainz in Rheinhessen liegt. Das ist sehr irreführend, da Mainz auch in Rheinland-Pfalz liegt. In direkter Nachbarschaft liegt der Rheingau, das ist dann tatsächlich in Hessen. Da mir das bloße Erwähnen selten was bringt, ist hier eine Karte von deutschen Weinanbaugebieten auf Wikipedia: Karte. Dort sind Rheinhessen und der Rheingau eingezeichnet. Ich finde Karten sehr hilfreich, daher empfehle ich kurz reinzuschauen.

Wenn die Tage länger werden und die Temperaturen steigen, gibt es überall Weinfeste. Und wenn ich überall sage, dann übertreibe ich nicht. Jedes Wochenende findet irgendwo eines statt. Es gibt so viele Weingüter hier!

Ohne ein geografische Zuordnung machen zu können, was wohin gehört oder woher kommt – wichtig zum Wein oder Traubensaft: Der Spundekäs. Der Spundekäs ist eine Frischkäsezubereitung und den essen wir am liebsten mit den krossen Salzbrezeln. Durchaus zu Hause, aber wenn’s mal außerhalb der vier Wände sein darf, dann auf einer Bierbank in einer Straußenwirtschaft im warmen Sonnenlicht. Hat schon seinen eigenen Charme.

Ein paar Fotos von besuchten Weinevents habe ich mitgebracht. Ein kleiner Einblick in mein Weinleben im Rheingau und Rheinhessen.

Straußenwirtschaft ist etwas aufgeräumt, da es kurz zuvor geregnet hatte

Wikipedia ist toll: Der Artikel zum Spundekäs sagt, dass er aus dem nördlichen Rheinhessen kommt. „Straußenwirtschaft“ ist wohl ein Begriff in Rheinhessen, aber im Rheingau hab ich das auch schon gesehen.


Foto 1+2
Kamera + Objektiv: Minolta Dynax 7000i + Minolta AF 50 mm f/1.4
Film: ILFORD FP4 PLUS
Filmentwicklung + Scan: ON FILM LAB

Foto 3
Kamera + Objektiv: Olympus XA2
Film: Kodak Gold 200
Filmentwicklung + Scan: ON FILM LAB