Bibliothek oder Bücherei?

Einige Male schrieb ich über Bibliotheken auf dem Blog. Oder doch lieber Bücherei? Gibt es da einen Unterschied? An dieser Frage blieb ich paar Mal hängen.

Eine Antwort fand ich im FAQ des Bibliotheksportals:

Die Bezeichnungen „Bibliothek“ und „Bücherei“ werden synonym verwendet, wobei Bücherei oft die ältere Bezeichnung für eine Öffentliche Bibliothek ist.

Außerdem habe ich in diesem Reddit-Thread noch ein paar weitere Beispiele gelesen bzgl. öffentlich/nicht-öffentliche Bibliothek. Wissenschaftliche oder private Bücheransammlungen nennt man immer Bibliothek, etwa die Universitätsbibliothek oder Unternehmensbibliotheken. Und eine typische öffentliche Bibliothek ist die Stadtbücherei.

Dann hatte ich noch weitere Gedanken aus dem Alltag:

  • Bibliothek kann man schön abkürzen, Bib oder Bibo. Das ist sehr praktisch, wenn ich spreche und es schnell gehen soll. Da war es schnell die Stadtbib statt der Stadtbücherei. Aber wenn ich das Wort vollständig ausspreche, ist Bibliothek komplizierter auszusprechen. Das Wort kommt aus dem Griechischen und ist gefühlt mehr Fachwort als Bücherei.
  • Bücherei lässt sich im Vergleich dazu leichter aussprechen und man sieht dem Wort die deutsche Herkunft zum Wort Buch an. Das finde ich ganz charmant. Mir kam die Überlegung, dass ich bei Kindern, die das Sprechen und Wörter gerade lernen, zuerst auf das Wort Bücherei zurückgreifen und irgendwann später das Wort Bibliothek als Synonym einführen würde. Vielleicht habe ich auch einfach nur zu viel über diese beiden Begriffe nachgedacht *lach*

In der Liste deutscher Stadtbibliotheken von Wikipedia zeigt sich, dass tatsächlich beide Begriffe genutzt werden – mal heißen sie Stadtbücherei, mal Stadtbibliothek.

Was nehme ich hiervon mit? Bibliothek geht eigentlich immer und ist auch der übergreifende Begriff, aber Bücherei ist meiner Meinung nach das griffigere Wort. Und ich werde beide weiterhin nach Lust und Laune verwenden. Also alles wie gehabt.

Internetfunde (7)

💻 | 🍺 Hexenbräu

Erik schreibt einen Dialog zwischen zwei Freundinnen, die in einer Hafenkneipe sitzen. Das Gespräch fängt an mit: „Sag mal, Luisa, weißt du eigentlich, was Hexen mit Bier zu tun haben?“ Ich wusste es nicht. Ein aufschlussreicher Dialog, der mich aber auch aufseufzen lässt, wenn ich in die Gegenwart schaue.

💻 | 🍀 Fortune’s careless aim: The myth that hard work alone creates success

Jim geht der Frage nach, ob ausschließlich harte Arbeit zum Erfolg führen wird und reflektiert sein Leben, indem er durch verschiedene Brillen schaut. Er fordert die Leser:innen auf, während des Textes auch das eigene Leben zu reflektieren. Auch wenn ich erst mit meinem Leben angefangen habe, so kenne auch ich bereits die Antwort: Harte Arbeit reicht nicht aus.

💻 | 👋 Leaving and Waving

27 Jahre lang macht die Fotografin Deanna Dikeman ein Foto, wenn der Besuch bei ihren Eltern zu Ende geht. Sie fährt los und es gibt noch einen letzten Winker. Es ist schön und traurig zugleich, während man sich durch die Serie klickt – wissen wir doch über die Endlichkeit Bescheid. Und auf einmal laufen meine Gedanken los.
Es scheint, dass diese Fotoserie bereits im Dezember ihre Runde machte – ich wurde erst durch Miss Booleana auf sie aufmerksam.

💻 | 🗳 Bundestagswahl 2025: Triff die richtige Wahl für dich!

„War die Bahn einmal wieder zu spät und du hast einen wichtigen Termin verpasst?“, zählt bullion neben einigen anderen Alltagssituation in seinem Aufruf zur Bundestagswahl 2025 auf. Ich erinnere mich an den Tag als ich an der S-Bahn-Station stand und wartete. Zwei Frauen, die sich offenbar nicht kannten, unterhielten sich und waren (ebenso wie ich) genervt von der zu spät kommenden Bahn.
bullion sagt in der Kürze alles was mir durch den Kopf ging (und ein bisschen mehr).
Daher: Schließe ich mich allen an, die sagen „Wähle demokratisch“. Nur „Geh wählen.“ zu sagen, ist aktuell nur noch die Hälfte von dem, was ich sagen will.
Auch wenn ich nicht weiß, wie groß mein Wirkungskreis ist: Lasst uns das angehen. Ich habe auch noch ein bisschen Arbeit vor mir als Vorbereitung auf die Wahl, u.a. den Wahl-O-Mat (und Alternativen wie Real-O-Mat ausprobieren) und mich selbst fragen, was ich eigentlich genau will. Was den Wahl-O-Maten angeht, habe ich gehört, dass es besser ist, Aussagen zu überspringen als sie neutral zu bewerten, da sonst die Auswertung verzerrt wird.

Deutsch-englisch, englisch-deutsch & Farewell!

Meine Posts werden bis dato zweisprachig veröffentlicht und das läuft so ab: Ich schreibe den Text auf deutsch. Das braucht ein oder mehr Zyklen bis ich zufrieden damit bin. Bilder oder Fotos werden hinzugefügt und der Post wäre damit bereit zum Posten – für die deutschsprachige Seite.

Zum Fertig-fertig braucht es noch die Übersetzung. Dafür mache ich mir meine Übersetzungswebseiten meines Vertrauens auf und hau den Text in die Übersetzungstools rein. Zuerst den ganzen Text in DeepL; für einzelne Wörter dict.cc und Ausdrücke aus mehreren Wörtern mit linguee.de. Den ausgespuckten Text kopiere ich dann im Plugin in die vorgesehene Stelle für die englische Version. Dann lese ich es mir nochmal durch und finalisiere auch den englischen Text. Und dann geht der Post online.

Deutsch-englisch, englisch-deutsch

Nach etlichen übersetzten Texten habe ich einige Beobachtungen gesammelt:

  • Sehr oft fällt mir erst durch die englische Übersetzung auf, wie komisch bereits der Ausgangssatz war, also der deutsche Satz. Dann schreibe ich die englische Version verständlicher und danach mach ich mich nochmal ans deutsche Original.
  • Mein Schreibstil kommt im Englischen nicht so sehr durch wie im Deutschen. Ich bin der Meinung, dass mein Schreibstil im Deutschen eine eigene Note hat. Ich habe das Gefühl, dass ich im Englischen etwas platt klinge. Ich kann meinen deutschen Ton nicht 1:1 übersetzen weil mir das Vokabular fehlt, um Nuancen wiederzugeben. Ich weiß nicht wie man das nennt, aber ich meine damit Feinheiten in Form von Satzstrukturen oder kleinen Wörtern wie tja, schon, doch, die eine bestimmte Wirkung erzeugen. Die kenne ich im Englischen nicht, und DeepL schon dreimal nicht. Das geht über die technische Übersetzung hinaus.
    Echtes Beispiel: tja, schon, doch wurden mit well, yes, yes von DeepL übersetzt. 😆
  • Beim Übersetzungstool habe ich oft die Qual der Wahl, wenn es für ein deutsches Wort mehrere englische Übersetzungen gibt: Welches Wort passt tatsächlich zu dem vorliegenden Kontext/wäre am nächsten dran an meinem deutschen Original? Manchmal fühle ich es, manchmal ist es ein random pick 😀
  • Ein bisschen Sprachgefühl fürs Englische habe ich dennoch (*schweiß von der stirn wisch*): Einige Sätze klingen nach der maschinengenerierten Übersetzung sehr deutsch. Die stelle ich dann um und hoffe, dass sie danach ein bisschen mehr englisch klingen. Wenn du wüsstest, was da manchmal rauskommt haha
  • Die deutsche Sprache hat eine sehr wunderbare Sache: Zusammengesetze Substantive. Notwendige Wörter schnell und effektiv erfinden. Eines meiner Hobbys ist es, meinen Fotos komische Titel zu geben, indem ich diverse Wörter zusammenklatsche. Und das ins Englische zu übersetzen und zu sehen, wie das wieder zerfleddert wird, ist irgendwas zwischen traurig, amüsant und ernüchternd.
  • Sprichwörter & Redewendungen I: Manchmal versteht DeepL nicht, dass ich ein Sprichwort benutzt habe. Statt ein vergleichbares Sprichwort im Englischen vorzuschlagen, übersetzt es 1:1, was mitunter sehr lustig klingt.
  • Sprichwörter & Redewendungen II: Andersherum, Sprichwörter fallen mir manchmal im Deutschen schwer und ich mache Fehler mit Sprichwörtern. Einmal hatte ich zwei deutsche Sprichwörter miteinander vermischt. Mir ist das aber auch nur aufgefallen, weil ich das deutsche Sprichwort sicherheitshalber gegen gecheckt habe, nachdem das Englische komisch wirkte. Ich habe also auch mal an mir gezweifelt *lach*

Wie ich diesen Post schreibe, muss ich unweigerlich an TraLaLit – Magazin für übersetzte Literatur denken. Dort habe ich vor allem gelernt, wie Übersetzungsarbeit aussieht und wie es um die Arbeitsverhältnisse bestellt ist (kritisch). Wenn wir bedenken, welchen Zugang wir zu Büchern haben, weil Übersetzer:innen großartige Arbeit leisten, dann ist es fragwürdig bis traurig, wenn etwa Einforderungen wie die Nennung auf dem Cover nicht Standard ist.

Mach’s gut

Und ganz zum Schluss sage ich: Mach’s gut, englischsprachige Version von maipenquynh. Ich werde bis auf Weiteres das Übersetzen meiner Posts ins Englische einstellen. Es war durchaus mal ein Vergnügen, in letzter Zeit jedoch immer mehr eine Bürde. Nachdem ich in meinem letzten Blogger’s life den Gedanken angerissen hatte und das Ende der englischen Übersetzung in den Raum stellte, merkte ich, dass allein dieser laut gedachte Gedanke sich für mich wie eine Befreiung anfühlte. Was ich mit den bisherigen Übersetzungen machen werde, weiß ich noch nicht. Solange ich nicht weiß, was ich machen werde, lasse ich den Button zum Wechseln oben in der Navigationsbar. Die deutsche Version wird dann eben auch auf der englischen Version meines Blogs angezeigt werden.

Falls du jemand warst, die auf meiner englischen Seite mitgelesen hat:

Farewell!