Erzählenswerte Kleinigkeiten: Dreckige Tastatur, Umzug vom Internet und Hirnplopps

Mein Leben beschäftigte sich zuletzt mit unserem Umzug. Nun liegt er hinter uns und ein paar erzählenswerte Kleinigkeiten habe ich mitgebracht, die alle sehr eng mit diesem Umzug zusammenhängen:

Tastatur säubern

Was ist wichtig, wenn man umzieht? Richtig, die Tastatur säubern, wenn man seinen Arbeitsplatz wieder aufbaut. Wirkte etwas deplatziert zwischen den ganzen Sachen, die nach dem Umzug sonst so rumstanden. Aber manchmal muss man dem Herzen folgen. Und in dem Moment war es, meine Tasten aus der Tastatur zu lösen, jede einzelne Taste zu entstauben und über die „nackte“ Tastatur zu wischen. Wenn man schon mal umzieht und beschließt Sachen zu grundreinigen, dann kann man das auch mit einer Tastatur machen.

Internet, du verdammtes Ding.

In Deutschland ist es leichter einen Haushalt umzuziehen als das Internet.

Was ich gelernt habe: Ich weiß nun, dass es zwei Internetvarianten (Anschlüsse?) gibt und zwar DSL- und Kabelinternet. Jedes dieser Internetvarianten benötigt seinen eigenen Router. Als wir unseren Umzug beim Internetprovider angekündigt haben, war uns nicht klar, dass im neuen Zuhause das andere Internet angeschlossen war als das was wir im alten Zuhause hatten. Daher hatten wir bei der Nachfrage „Wollen Sie Ihren eigenen Router benutzen?“ mit Ja beantwortet. Wozu einen vom Provider mieten?

Erster Tag nach Umzug, nach einem Telefonanruf beim Provider, um einige benötigte Nummer durchzugeben, warteten wir darauf, dass das Internet funktionierte. Nach den angesagten zwei bis drei Stunden blinkte der Router weiterhin (blinken = nix stabil) und dann fand der Andere heraus: Wir haben den falschen (inkompatiblen) Router. Also flott in einem Elektronikfachmarkt einen kaufen gehen. Wusstest du, dass so ein selbst gekaufter Router recht teuer ist mit um die 300 Euronen?! Es gab noch etwas Hickhack, aber nach ca. 36 Stunden nach Anruf hörte das Blinken am Router endlich auf und das Internet lief. Das ist dann vergleichsweise doch wieder schnell. Aber unsere Nerven, unsere armen Nerven.

Was mich in solchen Situationen immer sehr beschäftigt, ist wie wenig ich über die Dinge Bescheid weiß, die um mich herum ist und doch so essentiell sind?! Da passt der Satz „Auskennen sollte man sich mit seinen Anschaffungen….“ aus dem Blogartikel Gesundheit von Gegenständen wieder ganz gut.

Aus dem Speicher von „Ein Säckchen Hirnplopps“

Vor langer, langer Zeit hatte ich ein Format namens „Ein Säckchen Hirnplopps“. Es gab genau drei Ausgaben und dann war’s das. Auch wenn es seit Herbst 2021 keine Ausgabe mehr gab, habe ich ein paar Notizen gespeichert. Das Format Hirnplopps ähnelt sich schon diesem neuen Format „erzählenswerten Kleinigkeiten“. Vielleicht verschmelze ich diese beide Formate irgendwann mal offiziell (also für mich offiziell, Schlagwortstruktur, Titelstruktur etc.). Heute aber ein paar Hirnplopps, die schon seehr lange im Speicher sitzen und nach wie vor wahr sind:

  • Ich dislike es sehr hart, wenn die Scrollfunktion an einer Maus nicht funktioniert. Es gab mal jemanden, den hat das nicht gestört und hat zum Scrollen die Scrollbar genutzt statt sich um eine Maus mit funktionierender Mausfunktion zu kümmern. Das hat mich jedes Mal immens genervt, wenn ich damit gearbeitet hab.
  • Das wunderbare Gefühl, wenn der Umstieg zwischen Öffis perfekt klappt. So einmal passiert in Frankfurt: aus der S-Bahn aussteigen, die Rolltreppe hoch zur U-Bahn genommen, dort ungelogen 30 Sekunden gewartet und die U-Bahn ist dann eingefahren. Glücksgefühle! ✨

„Diese Zines sind überall“ und weitere Gedanken

Ich schrieb letztens: „Diese Zines sind überall. Immer wieder stolpere ich über Menschen, die Zines machen, zuletzt Jürgen. Ich möchte hiermit dokumentieren: Ich überlege ernsthaft auch mal ein Zine zu machen.“

Hier ein paar weitere Notizschnipsel zu diesem Thema. Und nein, ich habe mich (noch!) nicht weiter damit beschäftigt, zumindest nicht mit Händen und Füßen, nur in Gedanken immer wieder.

Aber hier erst mal die Quellen zu anderen Leuten (die besagten Leute), die sich länger und intensiver damit beschäftigen – mit mehr Infos und vor allem Beispielen:

  • Jenni und der ganz eigenen Webseite zu Zines: zines.cool
  • Anna von everything is better than doomscrolling, mit einer eigenen Unterseite für Zines
  • Patric und der ganz eigenen Webseite zu Foto-Zine: Foto Zines

Auf jeder Seite findest du eine Definition was ein Zine ist. Ich verlinke an dieser Stelle direkt dazu:

Ein bisschen frage ich mich, inwiefern der Inhalt eines Zines anders ist als ein Blogpost. Ich meine … ein Zine beschäftigt sich oft mit einem Thema, das in einem abgeschlossenem Rahmen (Heft) veröffentlicht wird. Daher: Ist ein Zine vielleicht gar nicht so anders als ein Blogpost. Aber: Es ist ganz analog, gedruckt, wir können es anfassen und halten. Wir haben die HAPTIK! Und das BASTELN und/oder KREATIV SEIN (wenn man will; das auf analoge oder digitale Arbeitsweise).

Brauche ich noch ein weiteres Hobby? Eigentlich nicht. Aber nach brauchen fragt nie jemand bei Hobbys. Ich finde so ein Zine schon echt charmant. Das ist Grund genug, dass es mir nicht mehr aus dem Kopf geht und es dort auch wohnen zu lassen. Wenigstens eines will ich mal machen. Und wer sagt denn, dass es direkt ein Hobby wird…? Vielleicht reicht mir ja eines und dann war’s das.

Einerseits denke ich, dass ich zurzeit nicht gerade die Zeit habe, ein Zine zu erstellen. Andererseits finde ich auch immer wieder Zeit, um am Handy sinnlos zu scrollen (ich finde den Blogtitel von Anna „everything is better than doomscrolling“ schon sehr treffend)!? Mich nervt das schon arg.

Dann kann ich auch ein A4-Blatt auspacken, einen Stift holen und damit was machen. Auch wenn mich ein Foto-Zine gerade mehr anlächelt. Ich dachte, das wäre das Einfachste. Aber es geht noch einfacher: Papier, Stift, Tisch – mach was draus.

So ein Blatt A4 kann man wunderbar mit etwas falten und einem Schnitt mit der Schere (okay, das bräuchte man noch) zu einem 8-seitigen Mini-Zine verwandeln. Jenni hat dazu natürlich auch eine Anleitung: siehe unter Gefaltetes Minizine.

Was jetzt noch fehlt, wäre ein Thema. Aber das findet sich schon, wenn ich davor sitze.

… to be continued … ?

Anderer Leben, Vietnam 2024

Einer der spannenden Sachen, wenn man unterwegs ist – sei es nah oder fern – ist Menschen zu begegnen und ihrem Treiben zuzusehen. In Việt Nam habe ich drei Szenen eingefangen.

Das erste Bild zeigt zwei Männer, die auf einer Sitzbank neben einer großen Fahrstraße sitzen und miteinander ein Brettspiel spielen. Bis eben kannte ich das Spiel nur unter dem vietnamesischen Namen: cờ tướng. Meine Eltern beschrieben es mir immer als chinesisches Schach. Von der vietnamesischen Wikipedia-Seite bin ich zur deutschen gekommen und habe gelernt, dass es im Deutschen Xiangqi genannt wird. Mehr als den Namen konnte ich jedoch nie – kann es also nicht spielen.

Das zweite Bild habe ich auf einem Spaziergang durch das Heimatdorf meiner Mutter gemacht. Auf einem Feld ernteten zwei Frauen Gemüse. Ikonisch sind die spitzen Reishüte, die die Frauen tragen.

Das dritte Bild entstand in einem Park in einer Stadt. Ganz simpel haben sich die Menschen ihr Spielfeld fürs Badminton aufgebaut: Eine Schnur zwischen zwei Palmen und fertig is‘.

(Durch draufklicken Fotos in Einzelansicht anzeigen)


Ich erzähle lose von meiner Việt Nam Reise im Jahre 2024. Mehr Beiträge von dieser Reise findest du hier: Vietnam 2024

~

Kamera + Objektiv: Minolta Dynax 7000i + Minolta AF 50 mm f/1.7
Film: CatLABS X FILM 320 (SW), Kodak Portra 400 (Farbe)
Filmentwicklung + Scan: fotobrell