nur ein bild: Caféblick auf Vietnam

Caféblick auf Vietnam

2024

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Es war der letzte Morgen unseres Abstechers nach Zentralvietnam bevor es am gleichen Tag wieder zurück in den Norden ging.

Eine Sache, die ich dieses Mal mehr genoss als bei den Besuchen in früheren Jahren, war die vietnamesische Kaffeekultur. Auch wenn ich im Alltag keine Kaffeetrinkerin bin, so kann ich hin und wieder einen Kaffee genießen. Und eine Tasse Kaffee schmeckt einfach ein Stückchen besser, wenn man in einem Café sitzt.

So gingen meine Eltern und ich in dieses Café, eines von einigen in der Gegend. Ich stellte ihnen meine neue vietnamesische Lieblingskaffeevariation vor – den bạc xỉu. Ein Kaffee aus drei Zutaten: gesüßte Kondensmilch, Milch (aufgeschäumt oder auch nicht) und Kaffee (natürlich). Sie hatten noch nie was davon gehört, was mich ein wenig überraschte. Sie probierten ihn und befanden ihn für gut. Zufrieden genoss jeder die eigene Tasse Kaffee, mit Blick auf eine ganz normale vietnamesische Straße.


Kamera + Objektiv: Minolta Dynax 7000i + Minolta AF 50 mm f/1.7
Film: Kodak Portra 400
Filmentwicklung + Scan: fotobrell

nur ein bild & wie es entstand: Der Efeumantel des Hauses

Der Efeumantel des Hauses

2024

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Frankfurt. Auf dem Weg zu einem Restaurant, vom Gelände des japanischen Filmfestivals aus. „Läufst du doch zu Fuß statt die Bahn zu nehmen“, sag ich mir. Ich kenn mich nicht aus in Frankfurt. An guten Tagen ein Grund mehr, zu Fuß zu laufen. An schlechten Tagen absolut das Gegenteil und auf jeden Fall Bahn fahren. Es war also ein guter Tag.

Nicht unweit des Geländes und mich fesselt der Anblick dieses Hauses. Was für einen schönen Efeumantel dieses Haus mit Türmchen doch trägt. Ich positioniere mich an eine Straßenecke, genau da wo ich letztlich dieses Foto schieße. Drehe hier und da noch an den Belichtungseinstellungen herum. Durch den Sucher sehe ich, wie das oberste Fenster des efeubedeckten Türmchens sich öffnet. Ein älterer Mann, gut angezogen, zeigt sich und schaut raus. Er schaut in meine Richtung und winkt. Ich drehe mich nach hinten um, um zu sehen, wer hinter mir steht und zurückwinken könnte. Zu meinem Erstaunen, vielleicht auch Schock, sehe ich da niemanden. Er winkt mir zu. Hicks.

Er sieht freundlich aus, trotzdem bin ich peinlich berührt und fühle mich ertappt. Ich winke schließlich zurück und dann steht er noch eine Weile. Ich frage mich, ob er will, dass ich ihn mit aufs Foto nehme. Er geht im Haus und Foto unter, und überhaupt fotografiere ich nicht so gerne fremde Menschen. Ich warte offensichtlich und mache kein Foto.

Er zieht sich zurück und schließt das Fenster. Alles ist wie vorher. Und ich mache mein Foto. Mit dieser Erinnerung zwischen den Filmkörnern.


Kamera + Objektiv: Minolta Dynax 7000i + Minolta AF 50 mm f/1.4
Film: Agfaphoto APX100
Filmentwicklung + Scan: ON FILM LAB